Aktienkurs steigt nach Veröffentlichung der Jahreszahlen
Medienkonzern Reuters will das Internet stärkter nutzen

Der Londoner Medienkonzern Reuters will sich auf das Internet konzentrieren. Dessen Möglichkeiten hält Reuters für längst nicht ausgereizt - obwohl die eigene Risikokapital-Tochter den Marktumschwung spürt.

fmd LONDON. Der Niedergang der Internet-Werte ist für den Chef von Reuters Plc,. Peter Job, kein Anlass, Trübsal zu blasen. "Wir führen unsere Internet-Strategie unbeirrt fort", versicherte der Chief Executive Officer (CEO) des in London ansässigen Nachrichten- und Informationskonzerns anlässlich der Vorstellung der Jahresergebnisse. Das Internet bleibe für Reuters eine mächtige Kraft, um das eigene Geschäft und das seiner Kunden zu verbessern und zu erweitern.

Mit seinen Jahreszahlen hat Reuters die Analysten überrascht. Sie hatten auch eine n Rückgang der Gewinne für möglich gehalten. Der Gewinn vor Steuern stieg um 4 % auf 657 Mill. Pfund. Darin enthalten sind allerdings Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungen und Vermögenswerten, die mit 271 Mill. Pfund zu Buche schlugen. Ohne Sondereffekte ist das Vorsteuerergebnis um 23 % auf 457 Mill. Pfund gefallen. Wesentlich stärker legte der Gewinn je Aktie zu. Auch bedingt durch Steuereffekte, wuchs er um 26% auf 37,9 p. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15 % auf 3,6 Mrd. Pfund.

Die Börse zeigte sich zufrieden. Der Aktien-Kurs, der in den vergangenen 52 Wochen zwischen 856 p und 1715 p schwankte, stieg im Handelsverlauf um 3,92 % auf 1060 p. Keine Auswirkungen hatte die Ankündigung, dass die Phase des Kostentrimmens verlängert werden soll. Statt bis zum Jahr 2002 sollen jetzt erst ein Jahr später Kosten in Höhe von 150 Mill. Pfund eingespart werden.

Millionenaufwand für Marktdaten auf Internetbasis

Anfang des vergangenen Jahres hatte Reuters ein 500 Mill. Pfund schweres Investitionsprogramm angekündigt, um Marktdaten für Finanzmarktteilnehmer auf Internetbasis zu liefern. Auch in Zukunft werde das Internet viele neue Möglichkeiten für Reuters eröffnen, sagte der Chef des Nachrichtenkonzerns, der den Stab im Juli an Tom Glocer weiterreichen wird. Der Amerikaner Glocer wird der erste Nicht-Journalist an der Spitze des Traditionshauses sein.

Auch bei Reuters hat die geplatzte Internet-Blase Spuren hinterlassen. Bei Greenhouse Fund, der Wagniskapital-Tochter des Konzerns, wurden Abschreibungen in Höhe von 30 Mill. Pfund fällig. Belief sich der Wert des Greenhouse Fund-Portfolios (19 Beteiligungen) Ende 1999 auf 438 Mill. Pfund, so ist er binnen eines Jahres auf knapp 100 Mill. Pfund zusammengeschmolzen. Nur zu einem geringen Teil (53 Mill. Pfund) ist der Werteverlust auf Verkäufe zurückzuführen.


Den Börsengang für Greenhouse Fund hat Reuters daher auf unbestimmte Zeit verschoben. Stärkeres Interesse hat der Medienkonzern jetzt, strategische Investoren aufzunehmen.

Börsengang von Instinet zur Jahresmitte

Dagegen hat das Going public für die Broker-Tochter Instinet, die maßgeblich in den USA aktiv ist, konkrete Formen angenommen. Zur Mitte des Jahres soll Instinet an der Nasdaq gelistet werden. Etwa 15 Prozent sollen in Streubesitz gehen. Damit sind Einnahmen in Höhe von rund 450 Mill. $ verbunden. Instinet steigerte den Umsatz 2000 um 53 % auf 804 Mill. Pfund.

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