Aktienkurs zog an
Glaxo Smith Kline übertrifft Erwartungen

Europas größter Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat nach einem überraschend hohen Gewinn im zweiten Quartal seine Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr hoch geschraubt. Der Aktienkurs zog daraufhin deutlich an.

Reuters LONDON. Der Netto-Gewinn habe im Zeitraum April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 23,9 Pence je Aktie zugelegt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 22,5 Pence je Aktie gerechnet. "Einige der Anstrengungen, um unsere Produktion zu straffen, zahlen sich nun aus. Und wir sehen erneut einen Rückgang der Kosten bei der Herstellung der Arzneien, die wir verkaufen", sagte Konzernchef Jean-Pierre Garnier. Die Entwicklung des Marktanteils bei der kürzlich gestarteten Potenzpille Levitra in Deutschland sei positiv. Glaxo-Aktien lagen am Nachmittag gut vier Prozent im Plus bei 12,26 Pfund und stützten damit den Gesamtmarkt in London.

Für das Gesamtjahr erwartet GSK nun vor Währungseffekten ein Wachstum des Gewinns je Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich oder sogar besser. Die Prognose sei nun unabhängig von einer möglichen Konkurrenz durch Nachahmermittel für sein Antidepressivum Paxil auf dem US-Markt, hieß es. Bislang hatte GSK die Prognose unter die Voraussetzung gestellt, dass es keine Konkurrenz für Paxil in den USA geben werde. Analysten hatten aber bereits seit einiger Zeit darauf hingewiesen, dass GSK bei seinen Geschäftsprognosen nach oben hin noch etwas Spielraum habe, da sich der US-Marktstart eines weiteren Nachmahmermedikaments für ein Depressionsmittel verzögerte.

GSK teilte ferner mit, dass im zweiten Quartal der Umsatz wegen des schwachen Dollars zum Pfund und zum Euro dagegen um ein Prozent auf 5,375 Mrd. Pfund (rund 7,5 Mrd. ?) zurückgegangenen sei. Damit lag er etwas unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 5,48 Mrd. Pfund.

Unter den einzelnen Medikamenten des Konzerns ragte im zweiten Quartal erneut das Asthma-Mittel Advair mit einem Umsatzplus von 31 % auf 531 Mill. Pfund heraus. Manche Analysten hatten indes sogar mit Umsätzen zwischen 570 und 600 Mill. Pfund gerechnet. Nach Einschätzung von Konzernchef Garnier hat GSK große Hoffnungen, dass neben dem Antidepressivum Wellbutrin XL auch die Potenzpille Levitra im zweiten Halbjahr des Jahres auf den US-Markt kommt. Das gemeinsam mit Bayer vermarktete Potenzmittel und Konkurrenzprodukt zu Viagra von Pfizer und Cialis von Eli Lilly und Icos habe in Deutschland mittlerweile bereits einen Marktanteil von 14 % erreicht. "Wir machen uns in Ländern wie Frankreich, Deutschland und Spanien recht gut," sagte der GSK-Chef. Anfang März hatte die Europäische Kommission Levitra für Europa zugelassen. Der Marktstart in Deutschland für das Mittel war Mitte März. ANALYSTEN - GSK NUN ETWAS OPTIMISTISCHER Es sei eine etwas zuversichtlichere Prognose, sagte WestLB-Analyst Michael King zum Geschäftsausblick des Konzerns. "In der Vergangenheit haben sie ihre Prognosen damit abgesichert, dass sie sagten, die Aussichten seien gut, falls es keinen generischen Wettbewerb bei Paxil und/oder Wellbutrin gebe," fügte er hinzu. Diese Einschränkung treffe Glaxo nun nicht mehr. Besonders erfreulich sei die Entwicklung der Margen, sagte ETrade-Analyst Michael Leacock. "Das zeigt, dass das Unternehmen die Kosten weiterhin außergewöhnlich gut im Griff hat."

Einige Investoren sind aber noch nicht überzeugt, dass GSK genügend Blockbuster in der Entwicklung hat, um das Wachstum in den kommenden Jahren voranzutreiben. Das Management des Konzerns will nun im Dezember einen Überblick über die Forschungsaktivitäten geben. Für viele Analysten ist dies das nächste wichtige Datum für die GSK-Aktie.

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