Aktienkurse verlieren auf breiter Front
Dem Neuen Markt ist nicht zu helfen

Für die anhaltende Talfahrt am Neuen Markt finden Händler nur schwache Erklärungsansätze. Am Donnerstag schoben sie die Kursverluste auf die schwachen Vorgaben aus den USA. Dort drehte das Kursbarometer der Technologiebörse Nasdaq allerdings ins Plus.

HB FRANKFURT/M. Die Talfahrt des Neuen Marktes findet einfach kein Ende. Schon vor der Umsatz- und Gewinnwarnung des Software-Primus SAP wanderten die Kursbarometer am Donnerstag entschlossen in Richtung Süden. Die Angst vor neuen Bilanzierungsskandalen und Pleitefällen will nicht verschwinden. Der Nemax schloss 2,9 % im Minus bei 586 Zählern. Der Nemax 50 gab 2,7 % auf 532 Punkte nach.

Kursgewinne verbuchen konnte ausgerechnet das Schwergewicht Mobilcom. Nachdem der Unternehmensgründer und Ex-Vorstandschef Gerhard Schmid mit einem neuen Gutachten die Hoffnung auf ein Übernahmeangebot von mindestens 14,50 Euro geschürt hatte, schnellten die Aktien der Büdelsdorfer Telefongesellschaft um knapp 13 % in die Höhe. Mit Schmids Weggang Ende Juni habe France Télécom (FT) de facto die Kontrolle über das Unternehmen erhalten, befindet das Gutachten, das aus der Feder des renommierten Gesellschaftsrechtlers Marcus Lutter stammt.

In seiner Auslegung des neuen Übernahmegesetzes müssen die Franzosen Schmid und den anderen außenstehenden Aktionären deshalb ein Angebot unterbreiten, dass sich am Durchschnittskurs der drei Monate vor Schmids Weggang orientiert. Bislang dominiert allerdings die Auffassung, dass die Kontrolle über ein Unternehmen an die Übernahme eines mehr als 30-prozentigen Anteils geknüpft ist. FT hält derzeit aber nur 28,5 % der Mobilcom-Aktien und sieht sich deshalb derzeit nicht dazu veranlasst, überhaupt eine Offerte zu machen.

Schwere Verluste mussten die Singulus-Aktien hinnehmen. Ohne erkennbaren Anlass verbuchte der auf die CD- und DVD-Fertigung spezialisierte Anlagenbauer einen Abschlag von fast 12 %. Händlern zufolge hat sich offenbar eine größere Adresse aus dem Wert verabschiedet. Der bei Analysten normalerweise deutlich weniger beliebte Wettbewerber Steag Hamatech gehörte mit einem Plus von 6 % dagegen zu den wenigen größeren Gewinnern des Handelstags. Das Unternehmen berichtete von einer Fülle in den Auftragsbüchern, die die Erwartungen im ersten Halbjahr übertroffen habe.

In die allgemeine Stimmung passten die schlechten Nachrichten der Düsseldorfer Wapme Systems AG. Das auf die einst so gefragte mobile Internetsoftware spezialisierte Unternehmen verbuchte im zweiten Quartal erhebliche Umsatzeinbußen und rechnet für das Jahr 2002 nun nicht mehr mit einer "schwarzen Null" beim operative Ergebnis. Was Wapme bleibt, ist die Hoffnung, den Umsatz auf Vorjahreshöhe halten zu können. Den Anlegern ist das offenbar ein schwacher Trost: Zum Schluss hatte das Papier mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt und notierte nur noch bei 1,15 Euro.

Quelle: Handelsblatt

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