Aktienkurse verlieren nach Flugzeug-Unglück
Dax schließt mit Abschlägen

Extrem nervös reagierte der Frankfurter Aktienmarkt vorübergehend auf das Flugzeug-Unglück in Mailand. Zudem verunsicherten schlechte Unternehmens-Nachrichten und unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA. Zum Schluss verbuchte der Dax noch ein Minus von gut ein Prozent.

dpa - FRANKFURT. Die Deutschen Aktienmärkte haben am Donnerstag schwächer geschlossen. Ein enttäuschender Ausblick des Handyherstellers Nokia zog besonders die im Deutschen Aktienindex (DAX) stark gewichteten Technologietitel nach unten. Der Dax schloss um 1,05 Prozent geschwächt bei 5262,88 Punkten. Am Neuen Markt fiel der technologielastige NEMAX 50 bei geringen Umsätzen um 2,04 Prozent auf 933,30 Punkte zurück. Der MDax aus 70 mittelgroßen Industrieaktien konnte sich mit einem Minus von 0,13 Prozent auf 4509,21 Punkte hingegen knapp behaupten.

Im späten Geschäft bewies der Absturz eines Kleinflugzeuges in das Pirelli-Hochhhaus in Mailand, wie nervös die Aktienmärkte weiterhin sind: "Kurz nach der Nachricht ist der Dax um 80 Punkte gestürzt", sagte ein Aktienhändler der Bayerischen Landesbank in München. Spekulationen, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlag handeln könnte, bestätigten sich am Abend nicht - die Indizes erholten sich weltweit von ihren Tiefständen. Der Dax hatte kurzfristig knapp unter 5200 Punkten notiert.

"Die Geschäftszahlen von Nokia waren gut. Das Problem ist der Ausblick", sagte ein Händler der Privatbank M.M.Warburg. Analysten zufolge fielen die Prognosen gerade im Wachstumsbereich Mobiltelefone klar unter den Erwartungen aus. Entsprechend schwach waren die Kurse wichtiger deutscher HighTech-Aktien: Siemens verloren 2,07 Prozent auf 69,00 Euro. Infineon Technologies gaben sogar 4,05 Prozent auf 22,98 Euro ab und bildeten damit klar das Schlusslicht im Dax.

Gegen den schwachen Börsentrend stemmten sich die deutschen Chemiewerte. Nach Bekanntwerden der Einigung in der Chemie-Industrie gehörten sie zu den gesuchten Aktien im Dax. Degussa schlossen um 0,72 Prozent erholt bei 36,50 Euro, die Aktie von Bayer kletterte um 0,28 Prozent auf 40,03 Euro. "Diese Einigung ist definitiv gut für die Chemie-Branche", urteilte Analyst Dirk Thiele von der Investmentbank ING Barings. Der Markt habe zuvor eher mit einem Abschluss um 5 Prozent gerechnet - und reagiere nun positiv. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich nach zweitägigen Verhandlungen auf Einkommenserhöhungen in der Branche von 3,3 Prozent.

Massive Aktienverkäufe gab es nach dem Flugunfall in Mailand für die Versicherer. Allianz , nach der Vorlage der schwächsten Jahresbilanz seit 5 Jahren bereits tagsüber stark unter Druck, verloren 2,80 Prozent auf 272,50 Euro. Auch die Münchener Rück -Aktie fiel um 2,02 Prozent auf 286,98 Euro.

An der Wall Street zogen die Bilder aus Mailand gleichfalls nicht spurlos vorüber. Hier belasteten aber Konjunkturdaten das Geschäft zusätzlich. Der Index der Frühindikatoren ist im März geringer als erwartet um 0,1 Prozent gestiegen; Experten hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Der Dow Jones reagierte bis zum Nachmittag (Ortszeit) mit einem Minus von 0,27 Prozent auf 10 193 Punkte. Die Nasdaq sank um 0,4 Prozent auf 1803 Zähler. Auch die Börsen in Paris und London schlossen schwach.

Der Euro-Bund-Future stand bei 105,49 (Vortag 105,44) Zähler. Der Rentenmarkt-Index (Rex) stand, wie am Vortag, bei 111,31 Punkten. Die Umlaufrendite wurde mit 5,07 Prozent unverändert zum Mittwoch ermittelt. Der Euro setzte am Devisenmarkt gegenüber dem US-Dollar seinen Höhenflug fort. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Referenzkurs bei 0,8895 (Mittwoch: 0,8880) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1242 (1,1261) Euro. Die Feinunze Gold notierte verbessert bei 304,50 Dollar.

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