Aktienkurse zogen an
US-Dienstleistungssektor wächst stärker als erwartet

Das Wachstumstempo des US-Dienstleistungssektors ist im Oktober etwas zurückgegangen, aber nicht so stark wie von Analysten erwartet. Experten äußerten sich jedoch besorgt über die Verlangsamung des Auftragseingangs des Sektors, der rund 80 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmacht.

Reuters NEW YORK. Der an den Märkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank im Oktober nach Angaben von Dienstag auf 53,1 von 53,9 Zählern im Vormonat. Analysten hatten indes einen Rückgang auf 51,7 Punkte erwartet. Mit über 50 Zählern signalisierte das Barometer den neunten Monat in Folge ein wachsendes Geschäft. Der Euro gab nach den Daten etwas nach und pendelte um die Dollar-Parität. Die US-Aktienkurse zogen dagegen an.

Überraschend schwache US-Konjunkturdaten hatten in der vergangenen Woche die Spekulationen um eine Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch verstärkt. So war die Industrie im Oktober nach ISM-Angaben den zweiten Monat in Folge geschrumpft und zudem die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft entgegen der Erwartungen gesunken. 21 der 22 befragten Primärhändler von Staatsanleihen erwarten von der Fed mittlerweile eine Lockerung ihrer Geldpolitik am Mittwoch. 15 rechnen mit einer Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent. Sechs prognostizieren gar eine Senkung um 50 Basispunkte.

Index für Neuaufträge sank

Obwohl insgesamt besser als erwartet ausgefallen, enthalten auch die ISM-Service-Daten von Dienstag Signale für weiter trübe Konjunkturaussichten. Der Index für Neuaufträge - ein Barometer für künftiges Wachstum - sank auf 50,9 von 52,3 Punkten im September und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Januar. ISM-Konjunkturexperte Ralph Kauffman nannte diese Entwicklung "nicht positiv". "Die Neuaufträge wachsen immer langsamer. Sollte sich der Trend fortsetzen, ist dies nicht gut", sagte er nach Vorlage der Zahlen.

Im US-Dienstleistungssektor kam es im Oktober zudem den 20. Monat nacheinander zu Stellenstreichungen. Der entsprechende Teilindex sank auf 46,2 von 46,6 Punkten im September. "Die Zahlen des ISM zeigen, dass die Wirtschaft nur schleppend wächst. Doch der Punkt, an dem wir von negativem Wachstum reden können, ist noch nicht erreicht", sagte Alan Ruskin von 4Cast Ltd. Die Indizes beruhen auf der monatlichen Befragung von rund 370 Managern von mehr als 60 Service-Unternehmen.

Auch in der Euro-Zone war die Lage im Dienstleistungssektor im Oktober deutlich freundlicher als in der Industrie. Der ebenfalls am Dienstag veröffentlichte Reuters-Service-Index für das Währungsgebiet zeigte überraschend eine leichte Verbesserung an. Das Barometer stieg auf 50,1 nach 49,1 Punkten im Vormonat, in Deutschland lag der Index indes weiter unter 50 Zählern.

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