Aktientausch im Volumen von 14 Milliarden Dollar
HSBC schluckt Household International

Die nach Börsenwert größte europäische Bank, HSBC Holdings, will im Zuge eines Aktientauschs im Volumen von 14 Milliarden Dollar den US-Finanzkonzern Household International übernehmen. HSBC verbreitert damit die Präsenz in Nordamerika um 50 Millionen Kunden.

Reuters LONDON. Den Household-Aktionären würden für jeweils eine Household-Aktie 2,675 HSBC-Aktien oder 0,535 HSBC-US-Hinterlegungsscheine (American Depositary Shares) angeboten, teilte HSBC am Donnerstag in London mit. Die Household-Aktie werde damit mit rund 30 Dollar oder 34 Prozent höher bewertet als zum New Yorker Börsenschluss am Mittwoch mit 22,46 Dollar. Analysten äußerten sich uneinheitlich zu der geplanten Übernahme. Nach Bekanntgabe der in diesem Jahr größten Übernahme durch ein europäisches Unternehmen fiel der Kurs der HSBC-Aktien am Donnerstag an der Londoner Börse um mehr als vier Prozent auf 676 Pence.

Optimistisch zu den Aussichten für die US-Wirtschaft trotz der nur schleppenden Erholung äußerte sich HSBC-Chef John Brown mit den Worten: "Es wird immer Menschen geben, die ihre Hypotheken zurückzahlen und ihre Kreditkarten nutzen, was auch immer auf der geopolitischen Szene passiert. Wir glauben, dass die amerikanischen Verbraucher auch künftig weiter konsumieren werden".

Euan Sterling, Fonds-Manager bei Standard Life Investments, kommentierte die Transaktion mit den Worten: "Angesichts des Zustandes der US-Wirtschaft und der hohen Verschuldung der amerikanischen Verbraucher gibt es Risiken." Besorgnisse wurden von einzelnen Anlegern auch deshalb geäußert, weil HSBC zur Finanzierung der Übernahme neue Aktien ausgeben will.

Andere Investoren lobten dagegen den Schritt. HSBC nutze die günstige Gelegenheit, am US-Markt stärker Fuß zu fassen, zu einem Zeitpunkt zu dem die Household-Aktie sich nahe eines Sieben-Jahres-Tiefs bewege, hieß es. Analysten und Investoren stimmten darin überein, dass die Übernahme strategisch Sinn mache. HSBC versuche, die Ertragsbasis zu diversifizieren, um den Geschäftsrückgang in Hongkong und die harte Konkurrenz im britischen Bankensektor auszugleichen. "Mehr als 75 Prozent der Erträge aus Aktien werden in den USA erzielt. Deshalb muss man dort sein, wenn man ein Global Player sein will", sagte Mark Durling von Brewin Dolphin Securities.

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