Aktionäre gehen beim Asset-Deal leer aus
Ehemalige Manager schnappen sich das Kerngeschäft von Heyde

Das Schicksal der insolventen Heyde AG aus Bad Nauheim ist entschieden. Sie habe am Wochenende die Verträge über den Verkauf der beiden Geschäftsbereiche "Supply Chain Management" und Finanzsoftware unterzeichnet, sagte die Insolvenzverwalterin Angelika Amend dem Handelsblatt am Dienstag.

FRANKFURT. Bei den Käuferinnen handele es sich um die neugegründete Inconso AG aus Bruchköbel und die Intesio GmbH aus Bad Nauheim. Nach Angaben eines ehemaligen Unternehmenssprechers stehen hinter beiden Gesellschaften außer einem strategischen Investor aus der Softwareberatungsbranche auch ehemalige Mitglieder des Heyde-Managements. Dem Vorstand der Inconso AG gehöre der bislang im Heyde-Vorstand vertretene Bertram Salzinger an, den Vorsitz habe das frühere Vorstandsmitglied Otto Wagner übernommen. Auch der Geschäftsführer der Intesio GmbH, Stefan Sonsalla, gehört der ehemaligen Führungsriege der Neuen-Markt-Firma an, die sich nach Einschätzung der Insolvenzverwalterin nach ihrem Börsengang durch zu viele Firmenzukäufe ruinierte.

Die beiden verkauften Bereiche, die in der Branche als das Kernstück des Heyde-Konzerns zählen, werden nach Amends Einschätzung im laufenden Geschäftsjahr in etwa 22 Millionen Euro umsetzen. Durch den Verkauf kann etwa die Hälfte der verbliebenen 400 Arbeitsplätze am Standort Bad Nauheim erhalten werden. Gut 200 Mitarbeiter, insbesondere aus dem Verwaltungsbereich müssen sich dagegen nach einem neuen Job umsehen, weil ihre Aufgaben künftig von der Firmenzentrale des strategischen Investors aus erledigt werde. Nach Informationen aus Branchenkreisen beläuft sich der Kaufpreis für die beiden Bereiche auf insgesamt rund 4,5 Mill. Euro.

Insgesamt belaufe sich die Verschuldung des bereits 1971 gegründeten IT-Unternehmens auf rund 30 Millionen Euro, sagte Amend. Davon entfielen rund 18 Millionen Euro auf den Bankenpool, dem neben der Dresdner Bank auch die insolvente Gontard&Metallbank angehört. Diese Schulden seien allerdings weitgehend durch Vermögensgegenständen abgesichert. Die Aktionäre der lange Zeit im Nemax 50 vertretenen Gesellschaft müssen wohl wie im Fall Gigabell damit rechnen, völlig leer auszugehen. "Die Gesellschafter haben in der Gläubigerversammlung im allgemeinen eine sehr schwache Stellung", sagte die Insolvenzverwalterin.

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