Aktionäre können wieder mit Dividende rechnen
Mischkonzern Sulzer erfüllt Erwartungen

Der Schweizer Mischkonzern Sulzer hat einen von Veräusserungen geprägten Halbjahresabschluss 2002 vorgelegt. Die betriebliche Ertragskraft liegt noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Die Unsicherheit um die Produkthaftpflicht der ehemaligen Tochter Centerpuls ist dafür vom Tisch.

ef HB ZÜRICH. Der Konzerngewinn wird bei dem Mischkonzern Sulzer in diesem Jahr deutlich höher ausfallen als das Nullergebnis des Vorjahres. Dazu werden allerdings auch Immobilienverkäufe maßgeblich beitragen. Die Aussage von Konzernchef Fred Kindle, dass die Aktionäre für das laufende Jahr wieder mit einer Dividende rechnen können, bleibt gültig. Dies gilt ebenso für die mittelfristigen Ziele. 2005 will Sulzer 3 Mrd. sfr umsetzen und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 270 Mill. sfr erwirtschaften. Das Ebita der vier Kerngeschäfte Pumpen, Oberflächentechnik, Chemietechnik und Service für Turbomaschinen wird jedoch das Vorjahresniveau von 100 Mill. sfr konjunkturbedingt nicht erreichen.

Für die erste Hälfte des laufenden Jahres präsentierte Sulzer Zahlen, die in etwa den Erwartungen der Analysten entsprachen. Auf vergleichbarer Basis erreichte der Konzernumsatz mit 939 Mill. sfr in etwa das Niveau des Vorjahres. Der Bestelleingang ging um 3 % auf 1,04 Mrd. sfr zurück. Der Ebitda stieg um 7 % auf 57 Mill. sfr. Darin ist ein operativer Verlust der Venture-Division Hexis (Brennstoffzellensysteme) enthalten. Der Konzerngewinn erreicht 42 Mill. sfr. Er ist mit den 120 Mill. sfr, die im ersten Halbjahr 2001 erzielt wurden, nicht vergleichbar, da in diesem Betrag ein außerordentlicher Gewinn von 185 Mill. sfr aus dem Verkauf nicht weiter geführter Aktivitäten enthalten war.

"Wenn auch die betriebliche Ertragskraft nicht auf dem gewünschten Niveau liegt, so zeigen die Ergebnisse doch, dass der strategisch neu ausgerichtete Sulzer-Konzern auch in einem schwierigen Umfeld profitabel arbeiten kann", betonte Kindle. Sulzer ist nach dem Verkauf des Kolbenkompressorengeschäfts nun auf die künftigen Kerngeschäfte reduziert. Hinzu kommt, dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Produkthaftpflicht der früheren Tochter Centerpulse (ehemals Sulzer Medica) mit einem gerichtlich gestützten Vergleich beseitigt wurde.

Durch verunreinigte Hüft- und Kniegelenke sah sich Centerpulse in den USA mit einer Sammelklage von betroffenen Patienten konfrontiert. Sulzer drohte als früherer Konzernobergesellschaft zeitweise eine Durchgriffshaftung. Schließlich einigte sich Centerpulse auf einen gerichtlichen Vergleich mit den Patienten. Diese erhalten insgesamt 725 Mill. $. Der Konzern verfüge nun über eine gute Liquidität und eine gesunde Bilanz, die gemäß Kindle eine erfolgreiche Zukunft erlaube.

Zwar bleibe die Lage der Chemietechnik und der Pumpen im konjunkturellen Umfeld eher schwierig, doch werden die Aktien nach dem Kursrückgang vom diesjährigen Kursgipfel von 370 sfr gegenwärtig mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf der Basis des für 2003 erwarteten Gewinns mit 11 vernünftig bewertet, argumentierte gestern die Bank Vontobel. Gestern legten die Titel bis zum späten Vormittag um 1,8 % auf 283 sfr zu. Damit liegen sie immerhin noch 11 % über dem Niveau vom Jahresbeginn. Sulzer-Aktien zählen damit zu den besten fünf Schweizer Aktien im Blue-Chip-Index SMI.

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