Aktionäre könnten mit einer höheren Dividende rechnen
Bayer will Eckdaten für 2000 präsentieren

Der Chemie- und Pharmakonzern erwartet deutlich mehr Umsatz und Gewinn. Am Dienstag will Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider die Eckdaten des Konzerns veröffentlichen.

vwd DÜSSELDORF. Deutlich mehr Umsatz und Gewinn dürften sich als Kondensat des vergangenen Chemie- und Pharma-Jahres bei der Bayer AG niedergeschlagen haben. Der Dax-Konzern aus dem rheinischen Leverkusen präsentiert am Dienstag erste Eckdaten für 2000, garniert mit dem Vorschlag für die Dividende. Vagen Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden Manfred Schneider zufolge könnten die Aktionäre wieder mit einer höheren Ausschüttung rechnen. Manche Analysten erwarten aber auch nur eine gleichbleibende oder gar eine niedrigere Dividende. Für 1999 hatten die Anteilseigner 1,30 Euro je Aktie bekommen.

Die Schätzungen der Analysten zum Umsatz der fortgeführten Geschäftstätigkeit bewegen sich überwiegend in einer Spanne zwischen 28,5 Mrd. und 30,4 Mrd Euro. Als Mittelwert ergeben sich 29,6 Mrd Euro. Der vergleichbare Wert des Vorjahres hatte bei 25,2 Mrd Euro gelegen. Gewinnseitig will Bayer unter anderem das am meisten Aufschluss gebende operative Ergebnis im fortgeführten Geschäft und vor Sonderposten nennen. Hier belaufen sich die Schätzungen auf 3,22  Mrd. bis 3,45 Mrd Euro mit 3,35 Mrd Euro als Durchschnitt. Vor einem Jahr waren 2,82 Mrd Euro ausgewiesen worden.

Agfa-Gewinn niedriger als erwartet

Um einiges niedriger ausfallen dürfte diesmal der 1999 vom Erlös aus dem Börsengang der Tochter Agfa geprägte Konzerngewinn: Hatte Bayer damals unter dem Strich 2 Mrd Euro verdient, so liegen die Prognosen jetzt bei 1,77  Mrd. bis 1,86  Mrd. EUR; die Durchschnittsschätzung beträgt 1,82 Mrd Euro Nettogewinn. Ein genaues Bild von der Entwicklung des Konzerns und seinen vier Sparten Chemie, Polymere, Gesundheit und Landwirtschaft ergibt sich am 15. März, wenn Schneider zur Bilanzpressekonferenz einlädt. Dann dürfte auch die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens Thema sein, dessen Konglomerat-Struktur von vielen Börsianern ungern gesehen wird.

Verschiedene Stimmen plädieren für einen Verkauf zumindest der Chemiesparte und für die Konzentration auf die margenträchtigeren "Life Sciences" um Landwirtschaft und Gesundheit. Auf der anderen Seite gilt die breite Aufstellung der Bayer AG auch als Schutz vor Übernahmen, denn sie gilt seit längerem als mögliches Kaufobjekt. Mit Hilfe zweier Banken feilen die Lverkusener seit Wochen an Konzepten zur Wertsteigerung. Weitreichende Umbaumaßnahmen werden allerdings nicht erwartet.

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