Aktionäre sammeln für Wandelanleihe
Cargolifter ist pleite

Die Rettungsbemühungen um den Luftschiffbauer Cargolifter gehen trotz dessen Zahlungsunfähigkeit weiter. Gegenwärtig werde auf vielen Ebenen verhandelt, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Cargolifter-Chef Carl von Gablenz am Mittwoch im ORB. Mehrere Aktionäre kündigten an, für eine Wandelanleihe Geld zu sammeln.

dpa BERLIN. Der Luftschiffbauer Cargolifter hat kein Geld mehr, um die nötigsten Ausgaben zu bezahlen. Das Unternehmen erklärte sich am Dienstagabend für zahlungsunfähig. Trotz aller Anstrengungen sei es "nicht gelungen, die Finanzmittel zur Bewältigung der aktuellen Liquiditätskrise einzuwerben". Auch die Gehälter für die rund 500 Beschäftigten können nicht mehr gezahlt werden. Auf einen förmlichen Insolvenzantrag will die Firma vorläufig aber noch verzichten.

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß betonte, das Land Brandenburg werde sein "Engagement in den Standort und die Technologie weiterfahren wie bisher".

Die Lage des börsennotierten Unternehmens hatte sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Mitte Mai musste Cargolifter-Chef Carl von Gablenz den Verzicht auf sein Vorzeigeprojekt erklären, ein gigantisches Luftschiff zum Transport von bis zu 160 Tonnen schweren Lasten. In die Entwicklung wurden in den vergangenen Jahren mehr als 300 Millionen Euro gesteckt. Stattdessen wollte das Unternehmen nun nur noch wesentlich kleinere Transport-Ballons bauen.

An dem Riesen-Luftschiff CL 160, der im Frühjahr 2005 erstmals abheben sollte, hatte Cargolifter seit Mitte der 90er Jahre gearbeitet. Einen Prototypen gibt es aber noch nicht. Von dem Ballon, der bis zu 75 Tonnen transportieren kann, hat das Unternehmen bislang ein einziges Exemplar verkauft - an eine Firma, an der CargoLifter selbst beteiligt ist.

Kein Geld mehr für Mitarbeiter

Zuvor hatten es sowohl der Bund als auch das Land Brandenburg abgelehnt, kurzfristig Finanzmittel zur Verfügung stellen. Im brandenburgischen Brand steht die Werfthalle. Allein dort sind mehr als 300 Arbeitsplätze in Gefahr. Die monatlichen Personalkosten bezifferte Firmengründer Gablenz kürzlich auf 2,5 Millionen Euro. Nicht einmal so viel Geld hat CargoLifter nun noch in den Kassen.

Nach Darstellung von Firmensprecherin Silke Rösser hat Cargolifter nach der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit nun drei Wochen Zeit, bevor Insolvenz angemeldet werden muss. In dieser Zeit will das Unternehmen versuchen, doch noch schnell an Geld zu kommen. Dazu soll es weitere Gespräche mit Banken, Investoren und dem Land Brandenburg geben.

Bürgschaft nicht nutzbar

Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Land steht nach Firmenangaben die Nutzung einer schon bestehenden Bürgschaft über 35 Mill. Euro. Diese Bürgschaft kann Cargolifter bislang nicht in Anspruch nehmen, weil das Unternehmen keine Bank findet, die das restliche Risiko übernimmt.

Auch aus der Privatwirtschaft und am Kapitalmarkt kam in den vergangenen Wochen kaum noch Geld zusammen. Das Exklusiv-Angebot einer Wandelanleihe an die mehr als 70 000 Aktionäre brachte statt der erhofften 50 Mill. nur 3,8 Mill. Euro ein.

Am Dienstagabend sackte die Cargolifter-Aktie weiter ab. Das Papier, das einst mehr als 23 Euro wert war, notierte nur noch bei einem Euro. Der Wert wurde um 18.35 Uhr bis zum Börsenschluss vom Handel ausgesetzt.

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