Aktionäre sollen Aktienrückkauf zustimmen
VW lässt Aktionäre über Zukunftspläne rätseln

Jahrzehntelang ging Volkswagen mit dem Käfer auf Kundenfang. Vor der Hauptversammlung an diesem Donnerstag wirbt VW-Chef Ferdinand Piech erneut mit Anleihen aus der Tierwelt um die Gunst der Aktionäre.

dpa-afx WOLFSBURG. Der Konzern sei ein "appetitlicher Wurm", aus dem ein wehrhafter "Seeigel" werden solle. Einige Stacheln sollen mit den Optionen auf Kapitalerhöhung und Aktienrückkauf in Stellung gebracht werden, die die Aktionäre in Hamburg billigen sollen.

Doch wofür diese milliardenschweren Blankoscheine verwendet werden sollen, lässt VW völlig offen. Finanzvorstand Bruno Adelt ließ immerhin wissen, dass VW an weiteren Anteilen des skandinavischen Lkw-Herstellers Scania interessiert ist. Nur sei "alles, was wir bisher gesehen haben, zu teuer" gewesen. Statt handfester Pläne rücken die Wolfsburger ihren Schwachpunkt ins Scheinwerferlicht: Der mit rund 20 Mrd. Euro (knapp 40 Mrd. DM) dauerhaft niedrige Börsenwert lade zur feindlichen Übernahme ein.

Widerstandsfähige Wand

In Gedanken spielte die Konzernspitze gar den Börsengang der Tochter Audi oder der Finanzdienstleister durch. Das Unternehmen müsse künftig auch ohne das umstrittene VW-Gesetz und die schützende Hand des Landes Niedersachsen gewappnet sein. Adelt spricht in diesem Zusammenhang gerne von "Wertsteigerung" als Schutz. Im übrigen seien die beantragte Kapitalerhöhung um 130 Mill. Euro (Börsenwert rund 1,5 Mrd. Euro) und der Rückkauf weiterer 10 % Aktien "reine Vorratsbeschlüsse", um "flexibel" reagieren zu könne.

Diese Verschlossenheit stößt schon länger auf Kritik. So bleiben Analysten und Fachmedien nur Spekulationen wie diese: Knapp 20 % des Landes Niedersachsen plus 10 % eigene Aktien im VW-Keller plus 10 % hinzugekaufte und bei "Freunden" geparkte Aktien würden 40 % und damit eine widerstandsfähige Wolfsburger Wand bedeuten. Außerdem will der VW-Vorstandsvorsitzende seine rüstige Ritterschar im Aufsichtsrat für weitere fünf Jahre aufstellen und mit Preussag-Chef Michael Frenzel die niedersächsischen Farben auffrischen.

Feindselige Fanfaren

Doch Piech und seinen Getreuen dürften auf der Hauptversammlung auch feindselige Fanfaren entgegenschallen. So hat die Liverpool Limited Partnership, eine Tochter der US-Fondsgesellschaft Elliott Associates mit Sitz in Bermuda, laut " Wall Street Journal Europe " einen Gegenantrag gestellt. Statt 10 % Stammaktien solle VW Vorzugsaktien zurückkaufen. Dies sei bei einem Preis von 1,4 statt 2,2 Mrd. Euro günstiger.

Ausländische Investoren könnten sich für diesen Antrag erwärmen, da VW sich mit dem Rückkauf der stimmrechtslosen Vorzüge nicht gegen eine Übernahme absichern könnte. Der VW-Vorstand selbst rechne mit Gegenwind, heißt es im Umfeld.

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