Aktionäre wollen Satzungsänderung
Zurich will Kapital schaffen

Der Verwaltungsrat beantragt laut der am Mittwoch verfügbaren Traktandenliste die Verlängerung des genehmigten Kapitals im Nennwert von 60 Mill. sfr um zwei Jahre und zudem eine Aufstockung des bedingten Kapitals auf 80 Mill. von bisher 30 Mill. sfr.

Reuters ZÜRICH. Es wird erwartet, dass bei der Generalversammlung die Aktionäre nicht mit Kritik an Verwaltungsrat und Konzernleitung sparen werden. So werden von Aktionärsseite zwei Satzungsänderungen beantragt; die ordentliche Amtsdauer der Verwaltungsräte soll künftig zwei statt bisher drei Jahre betragen und es soll neu festgelegt werden, dass der Verwaltungsratspräsident nicht mehr Mitglied der Geschäftsleitung ist. Beide Punkte sollen die Aktionäre gemäss Anträgen des Zurich-Verwaltungsrats ablehnen.

Zurich hat im vergangenen Jahr die Geduld von Investoren und Analysten auf eine harte Probe gestellt. Vor allem Rolf Hüppi, CEO und Verwaltungsratspräsident des Unternehmens, steht wegen der vielen Gewinnwarnungen, der raschen Expansion des Konzerns und seiner Doppelfunktion massiv unter Beschuss. Zwar hat er Ende Februar seinen Rückzug als CEO per Jahresmitte angekündigt. Er will aber weiter Verwaltungsratspräsident bleiben und ein neuer CEO wurde bisher nicht bekannt geben.

Die Zurich-Aktien waren 2001 um 60 % eingebrochen. In diesem Jahr liegen die Titel gehalten und damit nur eine Spur besser als der DJ StoxxInsurance-Index.

Bereits an der Generalversammlung vor einem Jahr hatte Hüppi erst in einer zweiten, schriftlichen Abstimmung und nach scharfer Kritik durch Aktionäre Decharge (Entlastung) erhalten; in einer offenen Abstimmung per Handzeichen war zuvor keine eindeutige Mehrheit zu ermitteln gewesen.

Zurich ist 2001 in die Verlustzone abgerutscht; auf Basis des Rechnungslegungsstandards IAS resultierte ein Verlust von 387 Mill. $ nach einem Gewinn von 2,316 Mrd. $ im Jahr 2000. Der vom Unternehmen als massgeblich erachtete normalisierte Gewinn brach auf 348 (Vorjahr 2067) Mill. $ ein. Zurich will die Dividende auf 8,00 sfr je Aktie von 17,15 sfr im Vorjahr mehr als halbieren.

Auch für das laufende Jahr gab Zurich einen verhaltenen Ausblick; vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Volatilität der Versicherungsrisiken und dem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld wird die Zukunft vorsichtig eingeschätzt, hiess es Ende März bei der Bilanzveröffentlichung. Zurich rückt zudem von seinem mittelfristigen Wachstumsziel von zehn bis 15 % beim normalisierten Gewinn ab.

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