Aktionärsschützer begrüßen die Änderung: Firmen wollen Aufsichtsräte nach Leistung bezahlen

Aktionärsschützer begrüßen die Änderung
Firmen wollen Aufsichtsräte nach Leistung bezahlen

Als eines der ersten Dax-Unternehmen will der Düsseldorfer Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp seine Aufsichtsräte künftig nach Leistung bezahlen. Das sieht eine Satzungsänderung vor, die der Hauptversammlung des Unternehmens an diesem Freitag (21.2.) zur Abstimmung vorgelegt werden soll.

HB/dpa ESSEN. Auch die Deutsche Post kündigte unterdessen an, ihre Aufsichtsräte künftig - neben einer fixen Vergütung - auch nach Leistung und Unternehmenserfolg vergüten zu wollen. Auf einen entsprechenden Vorschlag zur Satzungsänderung verständigten sich Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Bonn.

Ab dem Geschäftsjahr 2004/2005 (30.9.) soll sich das Einkommen der Thyssen-Krupp-Kontrolleure erstmals auch an dem im Ergebnis vor Steuern (EBT) ausgewiesenen Unternehmensertrag orientieren, heißt es unter Punkt sieben der Tagesordnung der bevorstehenden Hauptversammlung. Das Unternehmen folgt damit einer Empfehlung der Regierungskommission Corporate Governance, die diesen Vorschlag unter Leitung des Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme erarbeitet hatte. Als eines der ersten Unternehmen hatte Thyssen-Krupp bereits Ende vergangenen Jahres in seinem Geschäftsbericht ebenfalls nach den Empfehlungen der Kommission die Vorstandsbezüge offen gelegt.

In einer am Donnerstag von der "Financial Times Deutschland" (FTD) vorab vorgelegten Studie zur Umsetzung des Corporate Governance Kodex in deutschen Unternehmen belegte Thyssen-Krupp den ersten Platz. Der Düsseldorfer Konzern liege damit bei der Umfrage zum Stand der Umsetzung der Empfehlungen vor Allianz und Infineon. Auf den Rängen vier bis sieben folgten die Deutsche Börse, Münchner Rück, Deutsche Post, MAN sowie VW. Insgesamt sei der so genannte "Cromme-Kodex" von den Dax 30-Unternehmen bisher weitgehend umgesetzt worden, hieß es. Handlungsbedarf bestehe vielfach immer noch bei der Offenlegung der Vorstandsbezüge.

Voraussetzung für künftig gewinnabhängige Bezüge der Thyssen-Krupp - Aufseher sind jedoch kräftig sprudelnde Gewinne. Die Aufsichtsräte sollen nach dem Vorschlag 2000 Euro erhalten für je 100 Millionen Euro, um die das durchschnittliche Vorsteuer-Ergebnis (EBT) der letzten drei Geschäftsjahre höher liegt als der Wert von 500 Millionen Euro. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte ThyssenKrupp jedoch nur ein Vor-Steuer-Ergebnis von 419 Millionen Euro erwirtschaftet.

Neben dieser direkt gewinnabhängigen Komponente soll den Thyssen-Krupp-Aufsichtsräten ein Festbetrag von jährlich 16 000 Euro und eine an der ausgezahlten Dividende orientierte Tantieme ausgezahlt werden. Der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp war im zurückliegenden Geschäftsjahr zu vier Sitzungen zusammengekommen.

Als Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte Thomas Hechtfischer die vorgeschlagene Satzungsänderung. Auch nach der Umsetzung dieser Vorschläge würden die ThyssenKrupp-Aufseher nicht in die Reihen der Top-Verdiener unter den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen aufrücken, meinte er.

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