Aktionärsschützer sind skeptisch
Metro verspricht mehr Transparenz

Die Düsseldorfer Metro AG will transparenter werden und veröffentlicht einen eigenen Corporate-Governance-Kodex.

HB DÜSSELDORF. Damit habe man sich zur "Einhaltung klar festgelegter Prinzipien der Unternehmensführung- und Kontrolle" selbst verpflichtet, erklärte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber in Düsseldorf. Allerdings mit einer Einschränkung: Den Ausweis einzelner Vorstandsgehälter, wie im deutschen Corporate-Governance-Kodex vorgeschlagen, lehnt der Metro-Chef ab.

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) erwartet nicht viel vom Kodex der Metro. Dass der Handelskonzern die Vorstandsbezüge nicht beziffern will, findet Sprecherin Reinhild Keitel "eher peinlich". Der Kodex sei ohnehin als eine große Marketingveranstaltung zu sehen. Das Thema "Einzelausweis von Vorstandsgehältern" ist besonders heikel, weil in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, dass einzelne Manager trotz sinkender Gewinne üppige Gehälter kassierten. Deshalb empfiehlt die Regierungskommission Corporate Governance, die Einkünfte pro Vorstandsmitglied einzeln und nicht - wie bisher - in einer Summe auszuweisen.

Der Metro-Chef fürchtet jedoch um die Sicherheit des Managers, wenn dessen Einkommen bekannt wird. Gleichwohl räumt er ein, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen sei: "Wenn es ein Trend wird, werden wir die Bezüge auch einzeln darstellen."

Laut SdK ist Metro nach Thyssen-Krupp und Deutsche Bank das dritte Dax-Unternehmen, das sich dem Kodex unterwirft, bevor er in dieser Legislatur-Periode im Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPubG) vorgeschrieben wird. Dass der Kodex die Unternehmensführung verbessert, wird von der SdK bezweifelt. Die Vorschriften enthielten zur Hälfte Regeln, die schon gesetzlich vorgeschrieben seien, stellt Aktionärsschützerin Keitel fest.

Derzeit überprüft die SdK den von Metro vorgelegten Kodex darauf, ob es Abweichungen vom allgemeinen Kodex gibt. Die Metro stellt heraus, dass man künftig veröffentlicht, wenn die Wirtschaftsprüfer erhebliche Beträge für Dienstleistungen erhalten, die nicht direkt mit ihren Prüfungsaufgaben zusammenhängen. Diese Beratervergütungen für die an sich neutralen Prüfer sind umstritten, Metro will sie nun veröffentlichen, sobald sie 50 % der Prüfungshonorare erreichen. Prinzipiell findet das die SdK gut, doch sie wünscht, dass die Metro noch mutiger wird: "Der Nachweis könnte schon 20 bis 25 % erfolgen", moniert Aktionärsschützerin Keitel.

Quelle: Handelsblatt

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