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Aktionärsschützerverein VFA ist gesprächsbereit bei Karstadt-Widersprüchen

Nach den überraschend eingelegten Widersprüchen von Karstadt-Quelle -Aktionären gegen die überlebensnotwendige Kapitalerhöhung hat sich einer der Hauptgegner gesprächsbereit gezeigt.

dpa-afx ESSEN. Nach den überraschend eingelegten Widersprüchen von Karstadt-Quelle-Aktionären gegen die überlebensnotwendige Kapitalerhöhung hat sich einer der Hauptgegner gesprächsbereit gezeigt. Der Verein zur Förderung der Aktionärsdemokratie (VFA), der mehrere kritische Anteilseigner vertritt, bot am Dienstag an, sich "an kurzfristig anzuberaumenden Gesprächen zwischen den widersprechenden Aktionären und Karstadt-Quelle vermittelnd zu beteiligen". Der VFA sei zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde, ohne die vorgesehene finanzielle Sanierung zu gefährden.

Der VFA betonte, dass er die erklärten Widersprüche inhaltlich für angemessen halte. Den Aktionären sollte laut VFA zugemutet werden, einem "mit den Banken ausgehandelten angeblich existenziellen Deal zuzustimmen, ohne auch nur ansatzweise die Details zu kennen". Außerdem seien auf der Hauptversammlung am Montag widersprüchliche Informationen übermittelt worden.

Der Würzburger Verein betonte, dass weder der VFA noch Vorstandsmitglied Caterina Steeg Aktien der Karstadt-Quelle AG besitzen. Der VFA habe die Stimmrechte durch Frau Steeg so ausgeübt, wie es mit den jeweiligen Vollmachtgebern abgesprochen gewesen sei. Ein etwaiges gerichtliches Vorgehen liege nun allein in der Entscheidungsgewalt der vertretenen Aktionäre.

Die außerordentliche Hauptversammlung von Karstadt-Quelle hatte am Montag die vom Vorstand gewünschte Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro beschlossen. 99,76 Prozent des anwesenden stimmberechtigten Aktienkapitals stimmten für die Ausgabe von 93,041 Mill. neuer Aktien. Da es jedoch rund ein halbes Dutzend beglaubigte Widersprüche gegen die Kapitalerhöhung gibt, könnte die Transaktion dennoch scheitern. Die Widersprüche müssen bis spätestens Freitag zurückgezogen werden.

Der 1991 gegründete VFA gibt selbst als Vereinszweck die die "Förderung von Wissenschaft und Forschung in Bezug auf die Funktionsweise der Finanz- und Kapitalmärkte primär in Deutschland" an. Dafür besuchten die VFA-Mitglieder Hauptversammlungen, auf diese auch die Mitglieder vertreten würden. VFA-Mitglieder hinterfragen nach Selbstaussage "kritisch die anstehenden, meist gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen der betreffenden Gesellschaften" und versuchen, auf "etwaige Fehlentwicklungen hinzuweisen und sie zu korrigieren". Das Hauptaugenmerk liege dabei auf dem Schutz der Minderheitsaktionäre.

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