Aktive Freizeitgestaltung
Kisten schleppen während Krankheit ist erlaubt

Nicht jede körperliche Betätigung während einer Krankschreibung rechtfertigt gleich eine fristlose Kündigung wegen "Genesungsverzögerung".

dpa/HB FRANKFURT/M. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines Kranführers gegen ein Bauunternehmen statt und erklärten dessen fristlose Kündigung für gegenstandslos (Az.: 2 Ca 7735/01).

Der Arbeitnehmer war von Detektiven dabei beobachtet worden, wie er während der mehrtägigen Krankschreibung im eigenen Geschäft Gemüsekisten umhertrug. Die Firma stellte sich auf den Standpunkt, dass er dann auch seine Tätigkeit als Kranführer hätte ausüben können. Zumindest aber habe der Arbeitnehmer den Genesungsprozess verzögert.

Das Gericht wies in seinem Urteil jedoch darauf hin, dass der Arbeitnehmer an den fünf Tagen der Überwachung nur drei Mal beim Tragen der Kisten beobachtet worden sei. Die Betätigung müsse daher "eher als aktive Freizeitgestaltung denn als ernsthafte Arbeitsleistung" charakterisiert werden.

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