Aktivisten laden zum "Public Eye on Davos": Die Gegen-Globalisierung

Aktivisten laden zum "Public Eye on Davos"
Die Gegen-Globalisierung

Die Globalisierungsgegner haben die Globalisierung entdeckt. Exakter: Die so genannte Gegen-Globalisierung.

HB GENF. "Wir lehnen die Globalisierung nicht ab, wir wollen aber eine andere Form der Globalisierung", sagt Matthias Herfeldt von der Schweizer Nichtregierungsorganisation Berner Erklärung. "Unsere Globalisierung soll die Rechte der Arbeitnehmer schützen und die Umwelt bewahren." Die Aktivisten wollen ihr Konzept auf einem Gegenforum zum Weltwirtschaftsforum (WEF) skizzieren. In Davos laden sie zu "Public Eye on Davos".

Auch das WEF hat den Globalisierungskritikern in Davos eine eigene Bühne gebaut: Auf dem "Open Forum Davos" dürfen Nichtregierungsorganisationen mit der weltwirtschaftlichen Verflechtung ins Gericht gehen. Als Mitveranstalter gewann das WEF zwei kirchliche Institutionen: den Schweizerischen Kirchenbund und Brot für alle. André Schneider, ein Direktor des WEF, bestätigte, dass seine Organisation die Infrastruktur für das alternative Forum bereitstellt. "Aber die beiden anderen Gruppen finanzieren das Projekt mit." Für die Aktivisten der Berner Erklärung geht diese Kooperation zu weit. Sie fürchten, dass WEF-Chef Schwab die Globalisierungskritiker einkauft. "Das ist ein Riesenproblem", sagt Herfeldt. Das "Open Forum" sei nur eine Alibi-Veranstaltung.

Während Schwab für die Kanalisierung der Kritik auf dem Weltwirtschaftsforum selbst sorgt, betont er, dass für die allgemeine Sicherheit die Schweizer Behörden verantwortlich sind. Die Eidgenossen genehmigen nur eine offizielle Demonstration - in der Stadt Chur, nicht in Davos. Gegen Randalierer soll massiv vorgegangen werden. Viele der Aktivisten selbst, so scheint es, haben aber ein differenzierteres Verhältnis zu Krawallen gefunden. "Manchmal ist es wichtig zu protestieren, selbst wenn es gewalttätig wird", sagt Herfeldt. "Jetzt sind wir aber in einer anderen Phase."

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