Aktivitäten sind für drei Monate gesichert
Banken sichern vorläufig Liquidität von Herlitz

Der Zusammenbruch der Herlitz AG ist vorläufig abgewendet: Am Montag haben sich die elf Gläubigerbanken auf einen Massekredit in Höhe von 15 Mill. Euro für den Berliner Papierwaren- und Büroartikelhersteller geeinigt.

va BERLIN. Das teilte der verantwortliche Insolvenzverwalter, Peter Leonhardt, mit. Leonhardt zufolge muss der "wichtige Schritt zur Rettung von Herlitz" aber noch von den zuständigen Gremien der Gläubigerbanken abgesegnet werden. Für den Massekredit habe die öffentliche Hand keine Bürgschaft übernommen.

Dem Handelsblatt sagte Leonhardt, mit dem Kredit könne Herlitz seine Geschäftsaktivitäten auf jeden Fall "drei weitere Monate" fortführen, bis eine längerfristige Lösung für das angeschlagene Unternehmen gefunden sei. Bis zum Herbst sei das operative Geschäft "im vollen Umfang gesichert". Die Kreditinstitute hätten die Möglichkeit einer Fortführung des Berliner Traditionsunternehmens mit rund 3000 Beschäftigten "positiv zur Kenntnis genommen". Ein Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank hält 70 % der Anteile an Herlitz. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche nach jahrelangen, erfolglosen Sanierungsbemühungen Insolvenz beantragt. Seit 1997 hat Herlitz nach Rechnung von Leonhardt, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde, Verluste von insgesamt über 200 Mill. Euro verbucht. Die Firma drücken Schulden von mehr als 300 Mill. Euro.

Nach einer Betriebsversammlung am Dienstag will Leonhardt in den nächsten vier bis sechs Wochen ein Sanierungskonzept für Herlitz entwerfen, um den endgültigen Zusammenbruch des Unternehmens zu verhindern. Über das Konzept wird er danach mit den Banken in dem eigentlichen Insolvenzverfahren verhandeln. Gleichzeitig will Leonhardt damit beginnen, die "Eckdaten von Herlitz in Ordnung zu bringen und das Unternehmen rentabel zu machen". In seiner Funktion als Insolvenzverwalter verspreche er sich bessere Möglichkeiten, Herlitz von seinen Altlasten zu befreien. Leerstehende Gewerbeflächen - etwa in Falkensee - drücken das Ergebnis von Herlitz seit Jahren. Auch zeigte sich Leonhardt optimistisch, das Kerngeschäft rentabel gestalten zu können. Herlitz schreibt operativ rote Zahlen. Im Jahr 2002 verbuchte man statt des erwarteten Verlusts von 20 Mill. Euro ein Minus von 50 Mill. Euro.

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