Aktuelle Ergebnisse neun Tage vor der Wahl
Umfragen sehen erstmals wieder Mehrheit für Rot-Grün

Die Chancen der rot-grünen Regierung auf eine Wiederwahl stehen gut eine Woche vor der Bundestagswahl den Umfragen zufolge so gut wie noch nie in diesem Jahr.

rtr/dpa BERLIN. Die Forschungsgruppe Wahlen wies am Freitag erstmals für 2002 eine Mehrheit für SPD und Grüne aus. Auch bei Infratest-dimap legten SPD und Grüne zu und lagen gleichauf mit Union und FDP. Das Meinungsforschungsinstitut Emnid registrierte bei gleichen Umfragewerten für Union und SPD, dass sich die Stimmungslage zu Gunsten der Regierungskoalition gedreht habe.

Im letzten Politbarometer des ZDF vor der Bundestagswahl legte die SPD um zwei Punkte auf 40 % zu und liegt damit drei Punkte vor der Union, die einen Punkt auf 37 % abgab. Die öffentliche Debatte nach dem zweiten TV-Duell und der Irak-Konflikt hätten sich in der Stimmung deutlich zu Gunsten der Koalition ausgewirkt, teilte das ZDF mit. Auch sei die Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung erstmals in diesem Jahr etwas größer als die mit der Oppositionsarbeit der Union, hieß es weiter. Für die Grünen ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen unverändert sieben Prozent, während der Wunsch-Koalitionspartner der Union, die FDP um 0,5 Punkte auf 7,5 % fiel. Die PDS erhielt bei den Mannheimer Wahlforschern in der Sonntagsfrage 4,5 %, 0,5 Punkte mehr als in der Vorwoche.

"Wenn die PDS nicht in den Bundestag einzöge, würden SPD und Grüne damit über eine parlamentarische Mehrheit verfügen", lautet die Schlussfolgerung der Forschungsgruppe Wahlen. "Wenn die PDS über Direktmandate einziehen würde, käme Rot-gelb oder Rot-Grün in die Nähe einer Mehrheit." Wahrscheinlich müsste aber eine Drei-Parteien-Koalition oder eine große Koalition gebildet werden, hieß es weiter.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte in dieser Woche eine Koalition mit der FDP als schwierig bezeichnet. Gegen eine große Koalition haben sich sowohl Schröder als auch sein Herausforderer von der Union, Edmund Stoiber (CSU), ausgesprochen. Schröder hat sie allerdings nicht ausgeschlossen.

Auch nach der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage hat Rot-Grün Union und FDP überholt. Erstmals in diesem Jahr errechnete das Institut bei der Sonntagsfrage für die ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" für die SPD einen Vorsprung vor der Union. Die CDU/CSU verliert demzufolge 3,5 Prozentpunkte und liegt nun bei 36 Prozent. Die SPD legt um 0,5 Punkte auf jetzt 38,5 Prozent zu. Die FDP bleibt bei 8,5 Prozent, die Grünen verbessern sich um 0,5 Punkte auf 8 Prozent. Die PDS gewinnt 0,7 Punkte dazu und erreicht 4,7 Prozent.

In der für n-tv erstellten aktuellen Emnid-Umfrage liegen Union und SPD gleichauf bei je 38 %. Die FDP blieb wie in der vorigen Emnid-Umfrage bei acht Prozent, die Grünen verharrten bei sieben Prozent, die PDS bei vier Prozent. Die Stimmung habe sich aber zu Gunsten der Koalition gedreht, "die Bereitschaft für einen politischen Wechsel in Deutschland (ist) plötzlich nicht mehr da". 48 % der Befragten hätten die Frage zugestimmt, "die jetzige Bundesregierung hat noch genügend Ideen und Durchsetzungkraft, um das Land weitere vier Jahre regieren zu können, daher brauchen wir keine neue Regierung". 47 % hätten sich indes für einen Regierungswechsel ausgesprochen. Im August hätten sich noch 53 % für einen Regierungswechsel und nur 41 % für die Fortsetzung der rot-grünen Koalition ausgesprochen.

In dieser Woche hatte auch erstmals das Institut Allensbach einen Gleichstand von SPD und Union bei je 37 % konstatiert. Die FDP rutschte auf 10,1 % ab, die Grünen gewannen leicht auf 7,3 %, die PDS käme unverändert auf 4,9 %. Allensbach hatte 1998 das Ergebnis der Bundestagswahl am genauesten vorhergesagt.

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