Aktuelle Lage hat sich schon zur Jahreswende stabilisiert
Euro-Aufwertung dämpft die Exporterwartungen

Die westdeutsche Industrie reagiert bereits sensibel auf die rasche und kräftige Euro-Aufwertung im Juni.

ari DÜSSELDORF. Indiz: Die Unternehmen haben bei ihren vom Münchener Ifo-Institut abgefragten Exporterwartungen kräftige Abstriche vorgenommen. Das Übergewicht der Optimisten ist gegenüber Mai von 12,2 auf 7,7 Prozentpunkte geschmolzen. Am geringsten ist die Zuversicht inzwischen bei den Investitionsgüter-Herstellern. Die wachsende Skepsis hinsichtlich der Exporte drückte auch die allgemeinen Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate. Der entsprechende Saldo zwischen positiven und negativen Stimmenanteilen ging aber nur leicht von 19,1 auf 17,9 Prozentpunkte zurück. Die Aussichten im Inland haben sich also offenbar noch kaum eingetrübt.

Dennoch belegt der Ifo-Konjunkturtest für Juni, dass der Weg zum Aufschwung mühevoll und lange ist. Laut Ifo schätzt die westdeutsche Industrie die Auftragsreserven wieder öfter als zu klein ein, gleichzeitig konnten die Lagerbestände nicht weiter abgebaut werden. Konsequenterweise wurden die Produktionspläne gekürzt. Die Kapazitätsauslastung dürfte daher vorerst nicht weiter steigen. Gleichwohl führt die Industrie weiterhin unangefochten den noch mit erst mäßigem Tempo fahrenden Konjunkturzug der gewerblichen Wirtschaft an. Die aktuelle Lage stabilisierte sich in der Industrie bereits um die Jahreswende, die Verbesserung der Lage-Urteile setzte überdies früher und stärker ein als einschließlich Bau und Handel. Bei den Erwartungen der Industrie verläuft der Anstieg sogar regelrecht rasant. Auch die zwei Knicke nach unten in den vergangenen drei Monaten sind nicht so stark ausgefallen wie in der gewerblichen Wirtschaft insgesamt.

Im Gegensatz zu dieser hat sich das - Lage und Erwartungen zusammenfassende - Geschäftsklima der Industrie deshalb seit November ohne Unterbrechung verbessert. Im Juni stieg ihr Klimaindex von-3,4 auf-2,1 Punkte, in der gesamten gewerblichen Wirtschaft sank er dagegen von-13,3 auf-13,9 Prozentpunkte. Während Bau und Handel bremsen, zieht die Industrie den Klimaindex im Westen nach oben. Innerhalb der Industrie ist die Entwicklung allerdings keineswegs gleichförmig. Bei den Investitionsgüterbranchen lag der Tiefpunkt der Lage-Beurteilung zwar schon im Januar, die Bewertung ist seither aber nicht viel besser geworden. Bei den Gebrauchsgüter-Herstellern verschlechterte sich die Lage bis Mai, erst im Juni verbesserte sie sich deutlich. Am ausgeprägtesten ist die Aufwärtsentwicklung bei den Vorprodukte-Branchen. Sie sind mit der aktuellen Situation nun schon den dritten Monat in Folge zufriedener.

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