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Aktuelle Verkehrslage einer deutschen Großstadt erstmals im Internet

Nürnberg (dpa) - «Wir zeigen Ihnen, wo's lang geht.» Unter diesem Motto steht das erste Internetportal über die flächendeckende aktuelle Verkehrslage in einer deutschen Großstadt.

Nürnberg (dpa) - «Wir zeigen Ihnen, wo's lang geht.» Unter diesem Motto steht das erste Internetportal über die flächendeckende aktuelle Verkehrslage in einer deutschen Großstadt.

Auf einer Straßenkarte unter «www.Nuernbergverkehr.de» stehen die Ampelfarben grün, gelb und rot für fließenden, zähflüssigen oder stehenden Verkehr. Mit den Informationen aus dem «Floating Car Data»-System (FCD) können sich Autofahrer vor Fahrantritt einen Überblick über die Verkehrslage verschaffen und gegebenenfalls Staus aus dem Weg gehen.

«Der Verkehrsteilnehmer kann selbst entscheiden, wann er fährt und welche Route er wählen möchte oder ob er wegen der zu erwartenden Staus auf ein öffentliches Verkehrsmittel umsteigt», sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) bei der Freischaltung am Freitag. Das Projekt ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zur geplanten Verkehrsinformationsagentur Bayern (VIB).

«Floating Car Data» wertet die aktuelle Position von 500 Nürnberger Taxen aus, die ohnehin über das eingebaute globale Positionierungssystem (GPS) per Funk an die Taxizentrale übermittelt werden, erläuterte Geschäftsführer Holger Schulze-Halberg vom Verkehrs- und Logistikzentrum «Neuer Adler» die Funktion des 300 000 Euro teuren Pilot-Projekts. «Die Zahl der Fahrzeuge ist groß genug. Zusätzliche Kosten entstehen nicht, da die Positionserfassung der Taxen ohnehin betrieblich notwendig ist.»

Bisherige Verkehrsleitsysteme basieren auf den Daten von stationären Messstellen, Induktionsschleifen oder Zählstellen. «Diese Art der Datenlieferung ist auf Grund der notwendigen Bauinvestitionen relativ teuer», sagte das Adac-Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik, Herbert Baume. «Andererseits werden Daten nur punktuell geliefert. Für ein flächendeckendes Bild wären Tausende solcher Messpunkte nötig». Deshalb sollen nach einem erfolgreichen Probelauf von «Floating Car Deta», möglichst viele Autofahrer als fließende oder im Stau stehende Messpunkte gewonnen werden.

Die Verkehrstelematik leitet laut Beckstein einen erheblichen Beitrag zu Erhöhung des Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes und der Verkehrssicherheit aber auch zum Umweltschutz. Schließlich ist der Benzinverbrauch nach Erkenntnissen des Adac bei Stopp-and-Go-Verkehr in den Städten bis zu acht Mal höher als bei einem fließenden Verkehr.

Mit ihrem neuen Vorzeigeprojekt will die Stadt Nürnberg nach Aussage von Wirtschaftsreferent Roland Fleck an ihre traditionelle Vorreiterrolle im Verkehrssektor anknüpfen. «Schließlich erinnert schon der Name der Kompetenzinitiative «Neuer Adler» an die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth vor fast 170 Jahren.» In der Nachbarstadt Erlangen hat Siemens jüngst den weltweit ersten getriebelosen Antrieb für Schienenfahrzeige entwickelt. Und rechtzeitig vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft soll im Frühjahr 2006 Deutschlands erste vollautomatische U-Bahn führerlos durch die Röhren unter den Straßen und Plätzen flitzen.

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