Akute Engpässe in flugnahen Betrieben der Swissair
Neue Schweizer Airline von Geldnöten überschattet

Die Pläne für eine neue Schweizer Fluggesellschaft werden von neuen Geldnöten überschattet. Die flugnahen Betriebe der Swissair klagen über akute Liquiditätsengpässe. Der Bund will diesmal nicht mehr einspringen.

ap ZÜRICH/BERN. Bis zu 300 Mill. Franken (203 Mill. Euro/398 Mill. DM) müssten bis zum kommenden Mittwoch zur Überbrückung der kurzfristigen Liquiditätsengpässe bei der Wartungsfirma SR Technics, dem Informatikunternehmen Atraxis und der Frachtabfertigungsfirma Swissport bereitgestellt werden, sagte Crossair-Chef André Dosé in einem Interview der "SonntagsZeitung". Der Chef der SR Technics, Hans Ulrich Beyeler, hatte am Vortag im "Tages-Anzeiger" vor der Gefahr eines zweiten Groundings der Swissair-Flotte gewarnt, falls sein Unternehmen in die Nachlassstundung getrieben werde. Für die Übergangsphase bis im März 2002 fehlten 240 Mill. Franken (163 Mill. Euro/318 Mill. DM).

Woher das Geld kommen soll, blieb am Sonntag offen. Dosé sagte in der "Samstagsrundschau" von Schweizer Radio DRS, die Crossair habe kein Geld für Liquiditätsspritzen. Erstaunt bis verärgert reagierte man in Bern. Der Sprecher von Finanzminister Kaspar Villigers erinnerte daran, dass die Engpässe bei den flugnahen Betrieben bekannt seien und dass deshalb eine spezielle Projektgruppe eingesetzt worden sei, in der Banken, Unternehmen, Flughäfen, Kantone und der Bund vertreten seien. Das Milliardendarlehen des Bundes für den Flugbetrieb werde nur dann fließen, wenn die betriebsnotwendigen Funktionen in den flugnahen Bereichen auf anderem Weg sicher gestellt würden. "Sonst kann der Bund den Einsatz dieser Mittel nicht verantworten", sagte Eckmann. 500 Mill. Franken (339 Mill. Euro/663 Mill DM) für einen Sozialplan forderten die Gewerkschaften am Samstag an der ersten gemeinsamen Delegiertenversammlung. Die Mittel sollten von den nicht im Nachlass befindlichen Betrieben der Swissair-Gruppe, von der Wirtschaft, also den Banken, sowie von den für das Debakel verantwortlichen Verwaltungsräten und Konzernleitern persönlich gestellt werden.

Das Top-Management für neue Airline soll nach dem Willen von Crossair-Chef Dosé vorwiegend aus Crossair-Leuten bestehen. Platz für gute Leute der Swissair gebe es auf der zweiten und dritten Führungsstufe. Beim Namen der neuen Fluggesellschaft kommt Swissair für ihn aus heutiger Sicht wegen der rechtlichen Probleme nicht in Frage.

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