AKW Stade wieder am Netz
Atommüllbehälter aus Stade war hoch verstrahlt

Tausendfach über dem Grenzwert lag die Verstrahlung eines Atommüllbehälters, der diese Woche aus dem Atomkraftwerk Stade zur Wiederaufbereitungsanlage in La Hague geschickt werden sollte.

ap HANNOVER. An einem Atommüllbehälter im Atomkraftwerk Stade ist eine den zulässigen Grenzwert um das Tausendfache überschreitende radioaktive Verunreinigung gemessen worden. An einer Abdeckplatte eines gerade beladenen Brennelementbehälters habe sich ein so genannter Hot Spot mit einer Strahlung von 3 000 bis 7 000 Becquerel pro Quadratzentimeter befunden, sagte am Freitag die Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover, Jutta Kremer-Heye. Erlaubt seien nur vier Becquerel pro Quadratzentimeter.

Den Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall bei den Vorbereitungen eines Transports von drei Behältern mit abgebrannten Brennelementen in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Die am Montag festgestellte Kontamination an der Abdeckplatte eines Tragzapfens gehe auf das Beladen im Abklingbecken des Atomkraftwerks zurück. Dabei sei die betroffene Platte zwar mit Silikon ummantelt und mit einem Aluminiumband abgedeckt worden. Die Tragzapfen der Behälter seien jedoch kritische Stellen, die sich nur schwer gegen Kontaminationen schützen ließen.

Das Bundesumweltministerium habe anders als angekündigt bislang keinen Bericht über den Vorfall angefordert, sagte die Ministeriumsprecherin weiter. Verantwortlich für die Kontrolle des Beladens der Atommüllbehälter sei außerdem das Eisenbahnbundesamt, das dabei von Fachleuten des niedersächsischen Umweltministeriums unterstützt werde.

Das AKW Stade, das vor vier Wochen wegen eines Lecks an einem Kompensator einer Frischdampfleitung abgeschaltet wurde, ging unterdessen wieder ans Netz. Nach Angaben von Kremer-Heye wurde die undichte Stelle repariert und die Dichtigkeit aller Kompensatoren nachgewiesen. Man habe außerdem vor dem Wiederanfahren des Kraftwerks eine Kleinstleckage an einer Entwässerungsleitung eines Dampferzeugers beseitigt.

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