Akzeptanz
Viele Deutsche stellen sich bewusst auf Euro ein

Knapp 70 Prozent der Deutschen stellen sich einer Studie zufolge ganz bewusst auf den Euro ein und wollen mit möglichst wenig DM-Bargeld ins neue Jahr gehen.

Reuters BERLIN. Bei der Einführung der Euro-Münzen und-Scheine am 1. Januar 2002 wollen jeweils rund ein Drittel nur 100 Mark oder höchstens 300 Mark vorrätig halten, wie aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Studie im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hervorgeht.

Das Interesse der Bürger an Päckchen mit Euro-Münzen im Wert von 20 Mark sei sehr groß. Der DSGV geht davon aus, dass die ab dem 17. Dezember erhältlichen so genannten Starter-Kits schon vor Weihnachten ausverkauft sein dürften. Der Verband bezeichnete die zweite, jüngst angelaufene Aktion zum Einsammeln von gehortetem DM-Kleingeld als Erfolg.

Das geschäftsführende DSGV-Vorstandsmitglied Holger Berndt äußerte sich zuversichtlich, dass die Hauptlast der Bargeld-Umstellung nach den ersten zwei Januar-Wochen bewältigt sein werde. Mehr als die Hälfte der Deutschen planten, sich ihr erstes Euro-Bargeld bei den Sparkassen zu besorgen. Diese wollen nach den Worten Berndts ihr Schalterpersonal mit Hilfe von Mitarbeitern aus anderen Unternehmensbereichen erheblich aufstocken. Zudem würden vorübergehend Rentner reaktiviert. Genaue Zahlen nannte Berndt nicht, sprach aber insgesamt von Tausenden von Mitarbeitern. Rechtliche Sonderregelungen für die Öffnungs- und Arbeitszeiten rund um den Jahreswechsel ermöglichten den Filialen die nötige Flexibilität.

Die Bundesbank hat nach DSGV-Angaben 53,5 Millionen Starter-Kits mit 20 Münzen im Wert von 10,23 Euro produziert. "Die Neugier, die Münzen schon vor Weihnachten in den Händen zu halten, ist groß", sagte Berndt. Mehr als die Hälfte der Deutschen wollten die Sammelpäckchen kaufen, etwa drei pro Haushalt. 60 Prozent der Befragten wollen sich ihre ersten Euro-Geldscheine über die Geldautomaten beschaffen. Berndt sagte, die Freischaltung auf Euro der etwa 55 000 Automaten in Deutschland um Mitternacht nach Silvester sei sicher gestellt.

Die Vorabausstattung von Banken mit Euro liegt nach DSGV-Angaben weit über dem Plan. Die Geldinstitute hätten etwa 10,8 Milliarden Münzen im Wert von 3,6 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel bestellt wie von der Bundesbank erwartet. Berndt sagte, die großen Handelsunternehmen seien gut vorbereitet auf die Euro-Umstellung, kleinere Firmen müssten sich aber oft noch verstärkt um ihren Bargeld-Bedarf kümmern.

Die zweite "Schlafmünzen"-Aktion zum Einsammeln von DM-Münzen ist Ende Oktober angelaufen. Der Emnid-Umfrage zufolge will sich jeder vierte Deutsche daran beteiligen. Bei der ersten Aktion im Frühjahr sei es nur jeder Zehnte gewesen. Im Schnitt seien knapp 300 Mark eingezahlt worden. Die Bundesbank will nach eigenen Angaben von den schätzungsweise 28 Milliarden im Umlauf befindlichen DM-Münzen sieben Milliarden einsammeln. Bis Ende Oktober seien bereits 6,6 Milliarden eingereicht worden.

Die Gesamtkosten der Euro-Umstellung für die Kreditwirtschaft bezifferte Berndt auf rund zwei Milliarden Mark. Etwa die Hälfte entfiele auf die Sparkassen. Spekulationen, diese Kosten könnten auf die Kunden umgewälzt werden, wies das DSGV-Vorstandsmitglied zurück. "Mit Gebührenerhöhung ist nicht zu rechnen." Vielmehr müssten die Geldinstitute versuchen, den intensivierten Kunden-Kontakt zu neuen Geschäftsabschlüssen zu nutzen.

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