Akzo Nobel überrascht mit gutem Ergebnis – Syngenta enttäuscht die Börse
Dupont hält Talfahrt für gestoppt

Die Gewinne führender Chemiekonzerne sind im ersten Quartal anhaltend schwach geblieben. Doch mehren sich in der Branche die Zeichen für ein Ende des Nachfragerückgangs.

bef/sbe DÜSSELDORF. Der weltweit drittgrößte Chemiekonzern, Dupont, hat im ersten Quartal den Umsatz- und Gewinnrückgang der Vormonate gestoppt. Das Umsatz des US-Konzerns fiel in dem Zeitarum im Vergleich zum Vorjahr zwar um 10 % auf 6,1 Mrd. $. Doch sei es das erste Quartal seit Beginn der Konjunkturschwäche gewesen, in dem die weltweit produzierte Menge nicht noch weiter zurückging, teilte der Konzern mit.

Dupont stellt beispielsweise Lacke und Kunststoffe für die Autoindustrie sowie Papierchemikalien und Textilfasern her. In den USA nahm die Nachfrage nach diesen Dupont-Produkten sogar um 6 % zu, allerdings wurde dies durch den Rückgang in Asien und Lateinamerika wieder ausgeglichen. Das Nettoeinkommen des Konzerns sank in den ersten drei Monaten leicht um 3,4 % auf 479 Mill. $. Für das laufende Quartal prognostiziert Dupont ein für die meisten Geschäfte ein Volumenwachstum.

Den vergleichbar niedrigen Gewinnrückgang bei Dupont führen Analysten auch auf die jüngsten Kostensenkungen und Stellenstreichungen zurück. Der Tritt auf die Kostenbremse hat sich auch für den größten niederländischen Chemiekonzern, Akzo Nobel, ausgezahlt. Akzo hat das erste Quartal deutlich besser abgeschlossen als von Analysten erwartet worden war.

Der Reingewinn von Akzo Nobel verbesserte sich um 9% auf 234 Mill. Euro bei einem leicht auf 3,5 Mrd. Euro erhöhten Umsatz. "Das ist ein sehr starkes Ergebnis", lobte Rabobank-Analyst Marc van der Geest. Akzo-Finanzchef Friedrich Fröhlich erwartet, in diesem Jahr das Rekordjahr 2000 zu übertreffen. "Wir profitieren deutlich von unserem ausgewogenen Portfolio", sagte er.

Die fortgeführten Aktivitäten aller drei Sparten schlossen besser ab. Im Pharmageschäft erzielte Akzo zweistellige Ergebniszuwächse. Die Sparte lieferte mit 210 Mill. Euro mehr als die Hälfte des Betriebsresultats des Konzerns. Der Abwärtstrend bei Farben und Lacken (Coatings) sowie Chemie schwächte sich deutlich ab. Das Betriebsergebnis der fortgeführten Coatings-Aktivitäten festigte sich um 2% auf 87 Mill. Euro. Fröhlich erwartet, weitere Früchte der Sparprogramme in der zweiten Jahreshälfte ernten zu können.

Auch bei der Chemie schlug die Kostensenkung positiv zu Buche. Zusammen mit niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen kompensierten sie die negativen Effekte von Absatzeinbußen und höheren Pensionsaufwendungen. Das Betriebsresultat stieg um 3%. auf 102 Mill. Euro.

Akzo Nobel ist nach Philips das zweite Großunternehmen des Landes, das den Amsterdamer Markt positiv überrascht. Gleichwohl warnen Analysten vor übereilten Erwartungen an einen konjunkturellen Aufschwung. Auch zwei Schwalben machten noch keinen Sommer, meinte ein Händler.

Für Enttäuschung an der Börse sorgten gestern Ergebnis und Ausblick des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln, Syngenta AG. Der Schweizer Konzern lag im ersten Quartal mit einem Umsatzrückgang um 3 % auf 1,84 Mrd. sfr unter den Analystenerwartungen. Syngenta machte dafür vor allem Währungseinflüsse verantwortlich. Weil Preise und Marktlage für Getreideprodukte weiter schlecht blieben, prognostiziert der Konzern für 2002 einen stagnierenden Umsatz. Der Kurs der Syngenta-Aktien brach am Dienstag um bis zum 9 % ein.

Quelle: Handelsblatt

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