Al Gore kämpft um jede Stimme
Gore rechnet mit zusätzlich 2 000 Stimmen

Durch die angestrebten Handauszählungen in den drei Bezirken Miami-Dade, Palm Beach und Nassau will der Demokrat über 2 000 Stimmen hinzugewinnen. Damit könnte er Bushs Wählerzahl überrunden.

dpa WASHINGTON. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Al Gore kämpft an drei Fronten in Florida um zusätzliche Stimmen, mit denen er den Republikaner George W. Bush zu überrunden hofft. Wenn die gerichtlichen Vorstöße der Demokraten Erfolg haben, könnte Gore der Zeitung "USA Today" zufolge nach den Berechnungen seiner Wahlmanager fast 2 000 Stimmen hinzugewinnen und damit den mit nur 537 Stimmen führenden Bush ausbooten.

Es geht um drei Bezirke in Florida: Miami-Dade, Palm Beach und Nassau. In Miami-Dade County erhielt Gore bei der begonnenen, dann aber abgebrochenen Handauszählung zusätzliche 160 Stimmen, die nicht beim Endresultat berücksichtigt wurden. In Palm Beach County gewann der Vizepräsident 215 Stimmen, die aber am Ende nicht gewertet wurden, weil die Handauszählung nicht fristgemäß beendet wurde. In Nassau verlor Gore 51 Stimmen, als sich die Wahlkommission überraschend entschied, anstatt einer maschinellen Neuauszählung die ursprüngliche erste Zählung nach der Wahl als Ergebnis zu werten.

In Palm Beach sollen auch Stanzabdrücke berücksichtigt werden

Diese Stimmen will Gore nun vor Gericht erstreiten. Zusätzlich erhofft er sich 800 Stimmen in Palm Beach County, sollten 4 000 bisher nicht berücksichtigte Wahlkarten mit Stanzabdrücken statt Stanzlöchern doch noch geprüft werden. In Miami-Dade könnte es der Demokrat nach den Berechnungen auf weitere 600 Stimmen bringen, wenn 9 000 bei der maschinellen Auszählung als ungültig weg gefallene Wahlkarten unter die Lupe genommen würden.

Darüber hinaus setzt Gore neben eigenen Gewinnen auf Stimmenverluste für Bush. Ein Mitglied der demokratischen Partei ficht das Wahlergebnis von Seminole County gerichtlich an. Er wirft den Republikanern vor, bei etwa 4 000 Anträgen auf Briefwahl- Unterlagen fehlende Angaben ergänzt und damit gegen die Gesetze verstoßen zu haben. Bei diesen Unterlagen sei es um republikanische Wähler gegangen. Der Kläger fordert, dass nun alle etwa 15 000 Briefwahl-Stimmen in dem Bezirk aus dem staatlichen Endresultat gestrichen werden. Das wäre für Bush ein Verlust von rund 10 000 Stimmen, während bei Gore nur etwa 5 200 Stimmen abgezogen würden.

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