Alarmzeichen auf Rot
Dortmund droht folgenschwerer Absturz

Der Schaden war gering, doch die Angst vor einer anhaltenden sportlichen Krise allgegenwärtig. Nach dem 0:1 (0:0) gegen AJ Auxerre gab es im Lager von Borussia Dortmund nur nachdenkliche Gesichter.

HB/dpa AUXERRE. Mit der dritten Niederlage binnen einer Woche verspielte der deutsche Meister am letzten Vorrunden-Spieltag nicht nur die Tabellenführung in der Gruppe A der Champions League, sondern auch die Chance zur Rehabilitierung. Missmutig dachte Trainer Matthias Sammer über die möglichen Folgen der unnötigen Schlappe im Stadion Abbé-Deschamps nach: "Ein 0:0 und der Gruppensieg hätten eine Menge für unser Selbstvertrauen bedeutet. Deshalb ist es besonders ärgerlich, wenn man ihn verschenkt."

Vier Tage vor der Auslosung der Zwischenrunde in der europäischen "Königsklasse", für die sich der BVB bereits vor der Partie qualifiziert hatte, mochte kein Borusse über mögliche Gegner spekulieren. Das ganze Augenmerk galt dem Bundesliga-Duell mit dem TSV München 1860 am kommenden Samstag im heimischen Westfalenstadion. Gelingt auch in dieser Partie kein Sieg, droht ein längerer Abschied aus dem Rennen um die Meisterschaft und viel Ärger. Und den will sich Sammer unter allen Umständen ersparen: "Wir müssen die Niederlage abhaken und für Samstag alle Kräfte mobilisieren."

Einfach wird das nicht: Neben den ohnehin verletzten Christoph Metzelder und Evanilson mussten in Auxerre Spielmacher Tomas Rosicky (Grippe), Manndecker Christian Wörns (Magen-Darm-Probleme) und ab der 27. Minute auch Jörg Heinrich (Prellung) ersetzt werden. Der Einsatz der drei Profis gegen die "Löwen" ist genauso fraglich wie der von Kapitän Stefan Reuter, der nach der Begegnung über Schüttelfrost und Fieber klagte. Doch bei allen personellen Problemen und bedenklichen sportlichen Entwicklungen sieht Sammer keinen Grund zur Panik: "Eines haben die letzten Jahre gelehrt. Es wäre doch komisch, wenn der BVB eine Saison ohne Schwierigkeiten überstehen würde."

Gleichwohl stehen alle Alarmzeichen auf Rot. "Vielleicht waren wir nach den Siegen in Bremen und gegen Arsenal zu gelassen", bekannte Leonardo Dede. Seither gibt vor allem das Angriffs-Spiel nach vorn zu denken. Sowohl bei der 0:3-Pokalniederlage in Freiburg, als auch beim 1:2 im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern sowie in Auxerre blieben eigene Chancen Mangelware. "Wir setzen uns vorne nicht mehr genügend durch", monierte Sportmanager Michael Zorc. Und wenn dann auch noch solche Abwehrfehler wie der von Jan Koller hinzukommen, lässt sich auch ein 0:0 nicht halten. Auxerres Einwechselspieler Benjani (76.) nutzte den Fehler des Tschechen eiskalt aus.

Doch zumindest in einer Hinsicht gab es Grund zur Freude. Erstmals seit den Votavas in den 70er Jahren trug wieder ein Brüderpaar zeitgleich das BVB-Trikot. Auf Grund guter Leistungen in der Regionalliga-Mannschaft hatte Sammer den Brasilianer Leandro erstmals in die Startelf beordert. Der ältere Bruder von Dede machte seine Sache auf der linken offensiven Seite so gut, dass er mit weiteren Einsätzen rechnen darf. Von einer neuerlichen Strafaktion für den derzeit formschwachen Amoroso, der zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, konnte laut Sammer keine Rede sein: "Für ihn gibt es nach seiner Verletzung einen klaren Aufbauplan. Wir wollen nicht, dass er in ein Loch fällt."

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