Albanische Bevölkerung sei nicht entwaffnet worden
Djindjic fordert klares Konzept von der Nato

Reuters BERLIN. Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hat ein klares Konzept der Nato gegen albanische Extremisten im Kosovo gefordert. "Im Kosovo sind die extremistischen Kräfte legal und werden auf höchster Ebene in demokratischen Ländern empfangen", sagte Djindjic am Freitag in Berlin. Er kritisierte zudem, dass die albanische Bevölkerung im Kosovo nicht entwaffnet worden sei. So werde die Kosovo-Krise nach Sübserbien exportiert. Dort wurde ein Polizist nach offiziellen Angaben von albanischen Untergrundkämpfern getötet. In Brüssel forderte Mazedoniens Außenminister Srgam Kerim die Nato auf, die Grenze seines Landes zum Kosovo zu schützen.

Die Nato-Strategen müssten sich klar entscheiden, sagte Djindjic: "Wer ist da das Problem und wer ist die Lösung." Nach seiner Auffassung seien die Extremisten das Problem und die moderaten Kräfte die Lösung. Serbien habe seine Extremisten marginalisiert, dies müssten auch die anderen Beteiligten tun. Die Nato-Entscheidung, die jugoslawische Armee in einen Teil der entmilitarisierten Pufferzone im südlichen Kosovo zurückkehren zu lassen, sei "nur ein erster Schritt". Er warte auf weitere Schritte der Nato. Erforderlich sei ein Gesamtkonzept, um die Stabilität der Region zu sichern.

Djindjic sprach mit Außenminister Fischer

Djindjic hatte zuvor mit Bundesaußenminister Joschka Fischer gesprochen, der seine Sorge über die zunehmende Gewalt im Grenzgebiet äußerte. Außerdem war er mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul zusammengetroffen.

Die südserbische Ortschaft Lucane war am Freitag offenbar von albanischen Kämpfern mit Granatwerfern angegriffen worden. Ein serbischer Polizist sei schwer verletzt worden und später seinen Verletzungen erlegen, teilte Jugoslawiens Innenminister Zoran Zivkovic mit. Der serbische Vize-Ministerpräsident Nebojsa Covic sprach von einem schweren Angriff auf das Dorf. Die Polizisten seien gezwungen gewesen, in Selbstverteidigung zurückzuschießen.

Polizeikonvoi geriet unter Beschuss

Im benachbarten Mazedonien geriet nach offiziellen Angaben ein Polizeikonvoi unter Beschuss. Die Angreifer waren offenbar albanische Rebellen, die bereits vor einigen Tagen das mazedonische Dorf Tanusevci angegriffen hatten. Ein Polizist wurde nach Angaben aus dem Innenministerium bei dem Überfall getötet. Die Angreifer hätten sein Fahrzeug mit einer Panzerfaust beschossen.

Mazedoniens Außenminister Kerim sagte in Brüssel, Nato - Truppen sollten verhindern, dass albanische Extremisten nach Mazedonien einsickerten. Er unterbreite der Nato diese Bitte, weil sein Land die Grenze allein nicht kontrollieren könne und die Gewalt aus dem Kosovo übergreife. Die Nato und die von ihr geführte Friedenstruppe Kfor hätten die Verpflichtung, die Sicherheit der Grenze zu gewährleisten. Falls die Nato ablehne, könne er sich auch vorstellen, die Europäische Union (EU) um militärische Hilfe zu bitten. Er denke aber, dass die Kfor ihre Verpflichtungen erfülle.

Am Vortag hatte die Nato wegen der Übergriffe albanischer Extremisten beschlossen, die an Mazedonien angrenzende entmilitarisierte Kosovo-Zone für die jugoslawische Armee zu öffnen. Nato-Generalsekretär George Robertson teilte in Brüssel mit, die von der Allianz geführte Friedenstruppe Kfor werde die Rückkehr der Grenztruppen der Armee und der Polizeiverbände überwachen. Ein Nato-Vertreter sagte, die Stationierung könne bereits am Wochenende beginnen.

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