Albanische Rebellen gegen mazedonische Sicherheitskräfte
Heftige Kämpfe im Balkan-Gebiet

Die Angst geht um, dass aus den heftigen Kämpfen zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Sicherheitskräften ein Krieg entstehen könne.

dpa TETOVO/SKOPJE/ATHEN/BERLIN. Heftige Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Sicherheitskräften haben am Freitag die Angst vor einem neuen Krieg auf dem Balkan verstärkt. Während mazedonische Truppen bei der Stadt Tetovo mit schweren Waffen gegen Stellungen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) vorgingen, tagte das Parlament in Skopje in einer Krisensitzung. Nato-Generalsekretär George Robertson bezeichnete die Lage in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik als ernst und gefährlich. Bundesaußenminister Joschka Fischer verurteilte die Gewalt. "Gewalt und aggressive Versuche, Grenzen zu verändern, sind absolut inakzeptabel", sagte Fischer am Freitag vor seinem Abflug nach Skopje in Zagreb.

In Berlin bot die Bundesregierung ihre Unterstützung für die Stabilisierung in Mazedonien an. Die Reise von Fischer nach Mazedonien zeige, wie ernst die deutsche Regierung die Lage sehe, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye. Heye wies Spekulationen zurück, dass Mazedonien von Deutschland Waffen angefordert habe. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, die Lage für die deutschen Soldaten in der nordmazedonischen Stadt Tetovo sei gespannt. Die Waffen seien verstärkt und eine Ausgangssperre sei verhängt worden.

Heftige Detonationen in der Nähe von Tetovo

In der Nähe von Tetovo waren heftige Detonationen mitunter alle paar Sekunden zu hören. In der Stadt waren nahezu keine Polizeikräfte sichtbar. Der Polizeichef von Tetovo, Rauf Ramadani, rief zu einer eiligen politischen Lösung auf. "Wenn es so weiter geht, werden wir hier ein zweites Sarajevo haben", sagte er. Die Rebellen seien sehr erfahren. "Wir sprechen hier über Spezialkräfte, die eine Guerilla- Erfahrung haben", sagte er. "Und es sieht so aus, dass sie bis zum Ende gehen wollen." Die Entwicklung in Tetovo könnten auf ganz Westmazedonien übergreifen, warnte er. Das mazedonische Innenministerium verlegte unterdessen weitere Truppen in das Krisengebiet.

Mit einem Einsatz der Nato in Mazedonien rechnete Robertson vorerst jedoch nicht: "Wir haben kein Mandat dafür. Außerdem hat die mazedonische Regierung dies nicht beantragt". Die Nato werde die territoriale Integrität Mazedoniens aber garantieren. Der Kosovoalbaner-Führer Ibrahim Rugova warf der mazedonischen Regierung vor, zu lange die Probleme im Land ignoriert zu haben. "Die Regierung muss die Forderungen der Albaner hören, sonst bekommen die Radikalen Oberwasser und es könnte zu einem sehr scharfen Konflikt kommen", sagte Rugova am Freitag in Berlin. Rugova ist Vorsitzender der gemäßigten Demokratischen Liga des Kosovo (LDK).

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