Alcatel und Lloyds schwach: Europäische Börsen schließen schwächer

Alcatel und Lloyds schwach
Europäische Börsen schließen schwächer

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index gab 1,05 % auf 3 548,09 Punkte nach. Im Wochenvergleich konnten die Märkte aber zumeist noch Gewinne verbuchen.

Reuters. Der stärker als erwartet gesunkene Index des US-Verbrauchervertrauens für Februar habe die Marktstimmung getrübt, hieß es. Auch hätten sich die Anleger vor dem langen Wochenende in den USA vorsichtig verhalten. Wallstreet bleibt am Montag geschlossen. Sinkende Kurse der Bank Lloyds und des Index-Schwergewichts Alcatels lasteten auf dem Markt. Alcatel gaben über sechs Prozent nach, was Händler mit Sorgen über die Schuldenlage und möglicherweise unklare Buchhaltungspraktiken des Konzerns begründeten.

Verschiedene Technologietitel seien zudem im Gefolge einer Branchenprognosen des Computerkonzerns Dell unter Druck gekommen. Der Tech-Stoxx-Index für den europäischen Technologiesektor verlor 2,9 %. In Paris gehörten die Titel des Netzwerkausrüsters Equant mit einem Minus von 8,1 % und France Telecom mit minus 5,8 % zu den Hauptverlierern. Leicht fester tendierten defensive Werte aus den Bereichen Nahrungsmittel und Gesundheit.

London: Die Londoner Aktienbörse schloss nach Verlusten in den Bankentiteln schwächer. Der FTSE-Index verlor 0,5 % auf 5 182,5 Zähler nach. Etwas für einen Ausgleich sorgten feste Ölwerte, wie Händler erklärten. Die Titel der Bank Lloyds TSB kamen deutlich unter Druck, nachdem das Finanzinstitut Abschlusszahlen veröffentlichte, die am unteren Ende der Erwartungen lagen und nach Ansicht von Anlegern auf ein Kostenproblem hinwiesen. Die Bank musste auch größere Rückstellungen wegen der Argentinien-Krise vornehmen. Die Lloyds-Aktie verlor 5,2 %. Barclays gaben 1,8 % nach. Die Titel waren von der Deutschen Bank zurückgestuft worden. Die Titel der Bank HBOS büßten 1,9 % ein. Der Telekomriese Vodafone notierte 1,2 % schwächer. Bei den Öltiteln stiegen Shell 1,1 % und um BP 0,4 %. Scottish & Newcastle legten 4,3 zu, nachdem die Übernahme der finnischen Brauerei Hartwall an der Börse positiv bewertet wurde.

Paris: Die Börse von Paris hat deutlich schwächer geschlossen. Alcatel, die fast sieben Prozent verloren, litten unter Sorgen wegen möglicherweise unüblicher Buchhaltungspraktiken und die Telekomtitel waren von Befürchtungen im Zusammenhang mit Schuldenproblemen belastet. Der CAC-40-Index verlor 1,18 % auf 4 377 Zähler; der Index entwickelte sich damit aber immer noch besser als der der Frankfurter Börse. France Telecom verloren 5,8 %. Die Aktien des Militärelektronikherstellers Thales waren nach guten Umsatzzahlen fast drei Prozent im Plus.

Zürich: Die Schweizer Aktien legten nach den erfreulichen Vortagen eine Konsolidierungspause ein und schlossen knapp behauptet. Nach einem behaupteten Verlauf hätten die Kurse im Fahrwasser des rückläufigen US-Konsumentenstimmungsindex der Universität Michigan und den darauf nachgebenden US-Aktien etwas schwächer tendiert. Das Geschäft sei aber insgesamt in ruhigen Bahnen und mit moderaten Umsätzen verlaufen, hieß es. Der SMI schloss 0,11 % leichter auf 6414,4 Punkten. Vor einer Woche hatte der SMI mit 6245,50 Punkten geschlossen. UBS setzten den Anstieg des vergangenen Tages fort und gewannen ein Prozent. Händler verwiesen auf die guten Zahlen 2001. Morgan Stanley habe UBS mit Kursziel 90 sfr auf "Outperform" von "Neutral" hochgenommen.

Amsterdam: Schwache Finanz- und Technologietitel drückten die Amsterdamer Börse ins Minus. Der AEX-Index notierte 0,49 % schwächer auf 498,10 Zählern. Hingegen konnten die Midcaps etwas zulegen. Die Handelsvolumen sei insgesamt dünn gewesen, hieß es. Die Liste der Verlierer führten die Papiere des Telekomunternehmens KPNQwest an, die über zehn Prozent einbrachen. Händler verwiesen auf der Herabstufung der US-Konzernmutter Qwest durch mehrere Kreditrating-Agenturen vom Vortag. Marktschwergewicht ABN Amro verlor rund ein Prozent.

Madrid: An der Börse Madrid büßte der Ibex-35-Index 1,26 % auf 7 920 Punkte ein. Im Wochenvergleich stieg der Index damit jedoch 1,15 %. Am Freitag gaben die Titel des Indexschwergewichtes Telefonica 2,7 % nach. Auch die Bankwerte drückten auf den Index. So verloren Banca Bilbao Vizcaya Argentaria 2,4 und Banco Santander Central Hispano 2,2 %.

Mailand: Die Mailänder Börse wurde von Verlusten von Pirelli und der von ihr kontrollierten Telecom Italia belastet. Der MIB-30-Index notierte 1,32 % schwächer auf 30 709 Zähler. Händler erklärten, der Verfall von Optionen habe für überdurchschnittliche Volumen gesorgt. Telecom Italia verloren 1,3 %. Händler verwiesen auf die am Vortag erzielten Kursgewinne nach den Jahreszahlen. Die Mobilfunktochter TIM brach über zehn Prozent ein . Pirelli verloren 4,65 %.

Stockholm: Die skandinavischen Aktien haben überwiegend schwächer geschlossen. Die allgemeine Telekom-Schwäche setzte Nokia zu. Schwächer waren auch ABB. Saab schlossen nach über den Erwartungen liegenden Resultaten etwas fester. Nokia verloren fünf Prozent und Ericsson gingen 4,7 % schwächer aus dem Markt. Der OMX Index verlor 1,48 % auf 770,21 Zähler.

Wien: Der österreichische ATX-Index gab um 0,76 % auf 1 219,14 Zähler nach. Die Ergebnisse von Voest-Alpine und Wienerberger haben - neben der Hauptversammlung der RHI AG - am Freitag die Nachrichtenlage am Wiener Markt bestimmt. Wesentliche Kursbewegungen wurden dadurch aber nicht ausgelöst. Voest-Alpine schlossen aber bei 30,09 (Vortag 30,25) Euro. Wienerberger verloren mehr als ein Prozent.

Brüssel: Schwache Finanztitel haben der Brüsseler Börse einen Dämpfer versetzt. Der Bel-20-Index verlor 0,76 % oder 21,31 Punkte auf 2 789,81 Zähler. Gegen den Trend fester waren Umicore, die trotz eines Gewinnrückgangs 1,81 % zulegen konnten. Dexia verloren 1,7 %; Händler konnten keinen spezifischen Grund nennen. Der Titel sei von der europäischen Bankenschwäche in Mitleidenschaft gezogen worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%