Alcatel verliert mehr als vier Prozent
Technologie-Aktien europaweit auf Talfahrt

Deutliche Kursverluste bei Aktien von Telekommunikations- und Technologiefirmen haben am Donnerstag europaweit die Börsen belastet. Unter dem Eindruck schlechter Vorgaben aus Nordamerika und Asien sowie weiter bestehender Sorgen vor negativen Firmennachrichten und der Konjunkturflaute in den USA gaben die wichtigsten Indizes zum Teil um mehr als zwei Prozent nach.

Reuters FRANKFURT. "Es ist die Angst, dass die Nasdaq weiter fällt und wichtige Unterstützungslinien durchbricht", begründete Reinhard Vennekold, zuständig für europäische Investments bei der Hypovereinsbank, den kollektiven Kursrutsch.

Im Schnitt lagen europäischen Börsen am Donnerstagmittag mit einem Prozent im Minus. Dabei waren die Abschläge von etwa 0,5 % in London, Wien, Amsterdam und Zürich noch relativ moderat. In Stockholm, Paris und Mailand ging es indes mehr als ein Prozent bergab, der Ibex-Index in Madrid verlor sogar mehr als zwei Prozent. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab 1,2 % ab. Der Euro-Stoxx-Index für die 50 größten Aktienwerte aus der Europäischen Währungsunion und sein Pendant Stoxx50 für die Blue-Chips aus der Europäischen Union (EU) und der Schweiz notierten 1,2 % beziehungsweise ein Prozent niedriger als zum Vortagsschluss.

Durch die Bank schwächer tendierten Aktien aus den Branchen Technologie und Telekommunikation. Angeführt vom französischen Telekomausrüster Alcatel mit einem Kursverlust von mehr als vier Prozent, wurden die Aktien aller großen europäischen Technologie-Konzerne wie Nokia, Siemens, Ericsson, Marconi oder Philips zwischen ein und vier Prozent unter ihrem Vortagesschluss gehandelt. Nicht minder verlustträchtig zeigten sich Telefon-Papiere wie France und British Telecom, Telecom Italia , KPN aus den Niederlanden oder Telefonica , die im Schnitt zwischen zwei und vier Prozent einbüßten. Deutsche Telekom gaben sogar 5,3 % nach.

Ebenfalls deutlich schwächer tendierten Titel der Chemie- und Pharmabranche sowie Autoaktien. Dabei litten die deutschen Autobauer als exportorientierte Unternehmen nach Angaben von Händlern unter anderem unter den jüngsten Kurszuwächsen des Euro.

Die Gemeinschaftswährung setzte derweil ihren Aufwärtstrend fort und kletterte am Vormittag angesichts wachsender Unsicherheiten über die US-Konjunktur erstmals seit fünf Monaten über die Marke von 0,92 Dollar. Es herrsche weiterhin Skepsis über eine rasche Erholung der US-Wirtschaft und zudem scheine das Bekenntnis der US-Regierung zu einer Politik des starken Dollars brüchig zu werden, sagten Händler.

Seriöse Prognosen über die Börsenentwicklung sind nicht möglich

Eine seriöse Prognose über die weitere Entwicklung an den internationalen Börsen und hier insbesondere bei den Telekom - und Technologiewerten ist den Worten von Hypovereinsbank-Experte Vennekold zufolge derzeit kaum möglich. "Es kann sowohl eine Erholung geben, als auch weiter nach unten gehen", sagte er. Ausschlaggebend seien die weiteren Ereignisse in den USA, wo am Donnerstag unter anderem die Zwischenberichte der Computerfirmen Dell und Hewlett-Packard erwartet wurden. Mit negativen Nachrichten könnten diese beiden Konzerne "die Suppe weiter versalzen", sagte Vennekold. Sehr wichtig sei momentan die Frage, ob bei den großen Aktienindizes die entscheidenden charttechnische Marken hielten oder unterschritten würden.

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