Alcatel
Zwischenruf: Führungsprobleme

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen: Serge Tchuruk, Chef des französischen Alcatel-Konzerns hat das alte Sprichwort beherzigt, als er im Mai schnell noch eine Milliarden-Abschreibung für das fast abgelaufene Quartal ankündigte. Dass er den Anlegern zugleich das Scheitern der Übernahme des US-Netzwerkspezialisten Lucent melden musste, störte den knorrigen Manager kein bisschen, auch wenn die Märkte murrten. Jetzt könnte sich der Schritt als Husarenstreich erweisen. Alcatels Wettbewerber müssen ihre Anleger vor Verlusten warnen. Tchuruk dagegen zeigt sich überzeugt, dass sein Unternehmen auch dann noch Gewinne machen kann, wenn die Umsätze wegbrechen.

Doch die französische Gruppe hat ein anderes Problem: Der Abgang des Amerikaners Krish Prabhu als zweiter Mann und Anwärter auf den Chefsessel reißt - zwei Jahre, bevor Tchuruks Vertrag ausläuft - eine schmerzhafte Lücke. Gerade wenn es Alcatel wirklich gelingen sollte, sich vom negativen Branchentrend abzukoppeln, muss der Konzern höllisch aufpassen, nicht vor den Augen der kritischen Investoren in eine gefährliche und überflüssige Personaldebatte zu schlittern.

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