Alejandro Toledo weist Ex-Präsident Alan Garcia in die Schranken
Wirtschaftswissenschaftler bei Peru-Wahlen in Führung

Bei der Präsidentenwahl in Peru hat Favorit Alejandro Toledo offiziellen Teilergebnissen zufolge zwar klar vorn gelegen, muss sich aber voraussichtlich dennoch einer Stichwahl gegen den früheren Präsidenten Alan Garcia stellen. Toledos Partei Peru Posible lag den Hochrechnungen zufolge auch bei den Parlamentswahlen in Führung.

rtr/dpa/HB LIMA. Das Wahlbüro ONPE teilte am Montag nach Auszählung von knapp zwölf Prozent der Stimmen mit, der gemäßigte Oppositionsführer Toledo habe 36,38 % der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Sein Gegner in der zweiten Runde wird nach Angaben der Zählkommission voraussichtlich der frühere Präsident Garcia sein, der auf 25,7 % kam. Die konservative Kandidatin Lourdes Flores komme auf 24,01 %, hieß es. Sollte das offizielle Endergebnis diese Angaben bestätigen, dann hätte Toledo die für den Sieg in der ersten Runde notwendige Mehrheit verfehlt und müsste sich einer Stichwahl mit dem Zweitplatzierten stellen, bei dem es sich um Garcia handeln dürfte. Nach der Absetzung von Alberto Fujimori war es die zweite Präsidentenwahl in Peru innerhalb eines Jahres.

Die christlichsoziale Kandidatin Lourdes Flores (41) lag mit 24 Prozent nur knapp hinter Garcia. Obwohl die ersten offiziellen Ergebnisse nur auf elf Prozent der ausgezählten Stimmen basierten, wurden Flores nur geringe Chancen eingeräumt, Garcia noch von Platz zwei zu verdrängen.

Auch Wählerbefragungen sowie Hochrechnungen privater Meinungsforschungsinstitute auf der Basis ausgewählter Wahlkreise im ganzen Land sahen Garcia auf Platz zwei. Garcia und Flores sagten, sie wollten zunächst die weitere Auszählung der Stimmen abwarten. Die Wahl verlief nach Angaben von Beobachtern ordnungsgemäß.

Bei der zugleich abgehaltenen Parlamentswahl wurde Toledos Partei Peru Posible nach Hochrechnungen zwar stärkste Partei, verfehlte aber die absolute Mehrheit.

Toledo lag seit Monaten in Führung

Wahlbeobachter der Organisation Transparencia waren nach Auszählung von knapp 200 000 Stimmen zu ähnlichen Ergebnissen gelangt wie das Wahlbüro. Toledo hatte bereits seit Monaten in den Umfragen vorn gelegen. Ebenfalls abgezeichnet hatte sich, dass er den Wahlsieg wahrscheinlich nicht schon in der ersten Runde davontragen würde. Am Sonntag hatte Toledo seine Anhänger aufgerufen, ihm eine Stichwahl zu ersparen: "Ich habe jetzt schon Ringe unter den Augen und graue Haare", sagte Toledo. Er wolle nun nicht noch für weitere 45 Tage in den Wahlkampf. Toledo, ein Befürworter der freien Marktwirtschaft, war bereits vergangenes Jahr bei der Präsidentenwahl angetreten, dann aber gegen Fujimori unterlegen. Toledo hatte Fujimori des Wahlbetrugs beschuldigt.

Toledo-Kontrahent Garcia war von 1985 bis 1990 Präsident Perus, eine Zeit, die von einer schweren Wirtschaftskrise und den Verbrechen der maoistischen Guerilla-Gruppe "Leuchtender Pfad" geprägt war. Im Wahlkampf hatte Garcia angekündigt, er habe aus den Fehlern seiner ersten Amtszeit gelernt. Sollte es zur Stichwahl kommen, so dürfte sie im Mai oder Juni stattfinden.

Fujimori war im vergangenen Jahr zum zweiten Mal wiedergewählt worden. Von einer Japanreise kehrte das Staatsoberhaupt allerdings nicht mehr nach Peru zurück. In seiner Abwesenheit zerfiel der Machtzirkel um den Geheimdienstchef Wladimir Montesinos, der seine Regierung abgesichert hatte. Fujimori wurde vom Kongress mit der Begründung abgesetzt, er sei moralisch als Staatsoberhaupt ungeeignet. An Fujimoris Stelle trat Übergangspräsident Valentin Paniagua, der damalige Parlamentspräsident. Die Amtsübergabe an den neuen Präsidenten ist für den 28. Juli vorgesehen.

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