Alejandro Toledo will Präsident werden
Opposition in Peru fordert nach Bestechungsskandal sofortigen Rücktritt Fujimoris

Nach der überraschenden Ankündigung des peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, sein Amt niederlegen zu wollen, geht Peru einer ungewissen Zukunft entgegen. Die Opposition forderte den Staatschef zum sofortigen Rücktritt auf.

ap LIMA. Damit wäre der Weg frei für eine Übergangsregierung. Oppositionsführer Alejandro Toledo sagte am Sonntag nach der Rückkehr von einer Reise nach Washington in Lima, er sei bereit, die Nachfolge Fujimoris anzutreten. Die von Fujimori versprochene vorgezogene Neuwahl des Präsidenten soll in sechs bis sieben Monaten stattfinden, wie Gesundheitsminister Alejandro Aguinaga nach einer Sitzung des Kabinetts mitteilte.

"Ich möchte Präsident werden. Ich werde Präsident werden", sagte Toledo. Er wollte sich so schnell wie möglich mit anderen führenden Oppositionspolitikern treffen, um über ein Bündnis für die Präsidentschaftswahl zu reden. Toledo forderte die Opposition auf, jetzt keine Hexenjagd zu veranstalten, sondern sich am politischen und wirtschaftlichen Aufbau des Landes zu beteiligen. Er war im Mai gegen Fujimori angetreten, hatte seine Kandidatur aber vor der Stichwahl zurückgezogen, weil er der Regierung Wahlbetrug vorwarf.

Der Präsident der peruanischen Anwaltskammer, Martin Belaunde, forderte die Bildung einer Übergangsregierung sowie eine verfassunggebende Versammlung, die ein neues Grundgesetz ausarbeiten soll. Außerdem sprach sich Belaunde für ein neues Wahlsystem aus, weil das jetzige von Fujimori diskreditiert worden sei.

Fujimori rief am Sonntag sein Kabinett zusammen, um über die Neuwahlen zu beraten. Aguinaga sagte, alle Kabinettsmitglieder unterstützten Fujimoris Schritt. Ob Fujimori bis zu der Wahl im Amt bleiben will, war zunächst nicht bekannt. Der 62-Jährige hatte am Samstag überraschend Neuwahlen für das Präsidentenamt angekündigt, bei denen er nicht mehr kandidieren will.

Konsequenzen aus Bestechungsskandal

Fujimori zog mit seinem Schritt die Konsequenzen aus einem Bestechungsskandal um seinen Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos. Zwei Tage zuvor hatte sich die Affäre mit der Veröffentlichung eines Videofilms zugespitzt. Darin ist Montesinos zu sehen, wie er einem Oppositionsabgeordneten Geld anbietet, um so offenbar dessen Unterstützung für die Regierung zu erkaufen. Montesinos ist einer der engsten Berater Fujimoris. Viele politische Beobachter in Peru halten Montesinos für mächtiger als den Präsidenten selbst.

Gerüchten zufolge entschied sich Fujimori für Neuwahlen, weil er beim Versuch, Montesinos zu entlassen, auf den Widerstand ranghoher Militärs gestoßen sei. Dagegen betonte Ministerpräsident Federico Salas am Sonntagabend, Fujimori habe die volle Kontrolle über die Streitkräfte. Montesinos befinde sich in Lima. Es werde gegen ihn ermittelt, er sei aber nicht verhaftet worden.

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