Alenia steigt aus
Übernahmegespräche mit Fairchild Dornier abgebrochen

Der italienische Luftfahrtkonzern Alenia hat seine Gespräche mit der insolventen Fairchild Dornier GmbH über eine Übernahme des Regionaljet-Programms 728/928 abgebrochen. Der in Oberpfaffenhofen ansässige Flugzeugbauer muss damit im Bemühen um den Erhalt wichtiger Unternehmensteile eine weitere Hoffnung begraben.

Reuters MÜNCHEN. Die zum Der Rüstungs- und Maschinenbaukonzern Finmeccanica gehörende Alenia habe den Insolvenzverwalter Eberhard Braun in einem Brief wissen lassen, dass die Prüfung der Übernahme des Entwicklungsprojektes für einen Regionaljet mit 115 Sitzen nicht fortgesetzt werde, teilte Fairchild Dornier am Freitagabend mit. Die Übernahme sei ohne einen weiteren Partner nicht möglich, habe Alenia erläutert. Erst wenn sich diese Rahmenbedingung grundsätzlich ändere, halte Alenia Gespräche wieder für sinnvoll.

Die Verhandlungen mit dem ehemaligen Programmchef Earl Robinson über das 728/928er Programm liefen dagegen weiter, hieß es. Mitte Juni hatte bereits der kanadische Bombardier-Konzern bei dem Programm für den 115-Sitzer abgewunken.

"Eröffnung von formellen Verhandlungen nicht passend"

Alenia teilte mit: "Auf Basis der technischen Bewertung von Fairchild Dornier findet Alenia die Eröffnung von formellen Verhandlungen nicht passend". Finmeccanica habe sich allerdings das Recht behalten, die Entwicklungen und möglichen Änderungen in den Strukturen des Luftfahrtgeschäfts zu prüfen, die im Mittelpunkt der anfänglichen Gespräche gestanden hätten, hieß es weiter.

Alenia hatte im vergangenen Monat mitgeteilt, sie erwäge eine Investition in Fairchild Dornier, sobald die Prüfung der Flugzeugprogramme abgeschlossen sei.

Verhandlungen über Verkauf einzelner Unternehmens-Teile

Nach monatelanger Investorensuche war das Insolvenzverfahren über das Vermögen von Fairchild Dornier in der vergangenen Woche eröffnet worden. Da kein Interessent für den Gesamtkonzern gefunden werden konnte, wird der Regionalflugzeugbauer nun voraussichtlich in einzelne Bereiche aufgeteilt.

So verhandele der Insolvenzverwalter weiter mit der Investorengruppe Dimeling, Schreiber & Park über den Kauf des kleineren Jet-Modells 328 mit 30 Sitzen, hieß es. Außerdem würden mit mehreren Interessenten Gespräche über die Bereiche Wartung und Kundenservice geführt. Braun wolle darüber hinaus in der nächsten Woche mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS über die Einbringung technischer Kapazitäten für einzelne EADS-Projekte verhandeln.

Interesse an Arbeitskräften von Fairchild Dornier hoch

Von den insgesamt 3650 Mitarbeitern können zunächst noch 1794 Mitarbeiter in der Flugzeugfertigung, Zulieferung und Wartung beschäftigt werden. Das Interesse an hoch qualifizierten Arbeitskräften von Fairchild Dornier sei hoch, erklärte der Insolvenzverwalter am Freitag. "Es kann deswegen davon ausgegangen werden, dass die Folgen der Insolvenz der Fairchild Dornier GmbH für die Arbeitnehmer glimpflicher verlaufen als zunächst befürchtet", hieß es in der Mitteilung. Vergangene Woche hatte die EADS die Übernahme von über 400 Mitarbeitern des letzten deutschen Flugzeugbauers angekündigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%