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„Ali“ Albertz fit für Fürth

Nach zwei Jahren beim Schanghaier Fußball-Club Shenhua ist der ehemalige HSV-Kapitän Jörg Albertz enttäuscht nach Deutschland zurückgekehrt.

dpa FÜRTH. Nach zwei Jahren beim Schanghaier Fußball-Club Shenhua ist der ehemalige HSV-Kapitän Jörg Albertz enttäuscht nach Deutschland zurückgekehrt.

Nach dem Meisterschaftsgewinn in der ersten Saison und der Auszeichnung zum "Fußballer des Jahres" sah alles ganz rosig aus. Im zweiten Jahr erlebte der Mönchengladbacher nicht nur vier Trainerwechsel, sondern auch hautnah die ausufernde Korruption im chinesischen Fußball. "Das macht keinen Spaß mehr, wenn sich die Mitspieler auf einmal nicht mehr bewegen. Anfangs wusste ich gar nicht, warum", erzählt Albertz, der künftig für die Spvgg. Greuther Fürth hinter dem runden Leder herjagen wird.

Nach der negativen Erfahrung in Fernost kam "Ali" Albertz das Angebot des aufstrebenden Zweitligisten aus Fürth gerade recht. Dort unterschrieb der Rotschopf am Tag vor Heiligabend einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006. "Ich werde im Januar zwar 34 Jahre alt, aber eineinhalb bis zwei Jahre möchte ich noch spielen", betont der Mittelfeldakteur mit dem strammen Linksschuss. Zwar lagen ihm auch Offerten aus England und Schottland vor, doch wegen des schlechten Gesundheitszustands seines Vaters und der eigenen Familienplanung wollte er lieber in Deutschland leben. Nach insgesamt acht Jahren bei ausländischen Vereinen hat er sein Fernweh zudem gestillt.

Bis auf Rang zehn von 15 Clubs war sein Ex-Verein durchgereicht worden. "Ich weiß nicht, ob unser Club in meinem ersten Jahr auch Spiele gekauft hat. Das ist mir gar nicht aufgefallen", erzählt er von seiner Zeit in China. Erst nach und nach wurde ihm bewusst, dass hinter unerklärlichen Schiedsrichterentscheidungen und schlechten Leistungen der Fußballer System steckte. "Das Schlimme ist: Keiner kann etwas beweisen", berichtet Albertz.

Die Skandale um Korruption, Spielabsprachen und Fußballwetten haben Chinas Liga in den letzten Monaten in die bislang schwerste Krise gestürzt. Der Ruf des Mönchengladbachers blieb unbeschädigt. Zu seinem Abschied bereiteten ihm 300 Anhänger eine rührende Abschiedsparty. Und zum Flughafen wurde er sogar von etlichen Fans mit Transparenten begleitet.

Nach der Rückkehr in die Heimat will "Ali" gleich nach Weihnachten mit seiner neuen Mannschaft ins Trainingslager mitreisen, um seine Fitness zu beweisen. Trainingsbegin ist am 28. Dezember, und Albertz fühlt sich topfit für neue Aufgaben. "Ich hatte vor zwei Wochen mein letztes Spiel", stellte er klar. Der frühere Leitwolf und dreimalige Nationalspieler, der 1996 für fünf Mill. Euro vom HSV erst an die Glasgow Rangers abgegeben und fünf Jahre später für fast den gleichen Betrag als "teuerster Fehlkauf" zurückgeholt worden war, möchte hinter seine beachtliche Karriere noch einen Schlusspunkt setzen. Auch in Liga II: "Man muss auf dem Teppich bleiben", meint Albertz.

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