Alinghi-Team führt 4:0: Mastbruch bei Team New Zealand

Alinghi-Team führt 4:0
Mastbruch bei Team New Zealand

Der zweite Mastbruch der "New Zealand" im America's Cup-Finale hat der Schweizer Segel-Yacht "Alinghi" mit dem deutschen Sportdirektor Jochen Schümann die ersten "Matchbälle" im Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt beschert. "Bei den Neuseeländern ist heute mehr gebrochen als nur der Mast, da kann nicht mehr viel Selbstvertrauen übrig sein", hofft der dreimalige Olympiasieger nach dem Segel-Drama im Hauraki-Golf vor Auckland auf den ersten Triumph eines europäischen Teams in der 152-jährigen Cup- Geschichte.

HB/dpa AUCKLAND. "Es ist aber nicht so, dass wir hier alles geschenkt kriegen. Wir mussten hart arbeiten, um so weit zu kommen", stellte Schümann fest.

Nachdem die vierte Wettfahrt sechs Mal hintereinander abgesagt werden musste, konnte am Freitag endlich wieder gesegelt werden. Doch für Titelverteidiger Neuseeland gab es bereits nach einer Stunde ein böses Erwachen. "Das ist das Ende der neuseeländischen Cup- Verteidigung", sagte der neuseeländische TV-Kommentator Peter Montgomery Sekunden nach dem Unglück geschockt. Die "Alinghi", die sich in der im Oktober gestarteten Herausforderer-Serie durchgesetzt hatte, musste nach dem Mastbruch auf der schwarzen Yacht des Gegners den 18,5 Seemeilen (34,3 Kilometer) langen Kurs in aufgewühlter See wie schon in der Auftaktwettfahrt allein absolvieren, um den Kontostand in der Best-of-Nine-Serie auf 4:0 zu erhöhen.

"Wir sind wirklich glücklich. Ich glaube, wir verdienen diesen Sieg", sagte "Alinghis" Initiator, Navigator und Pharma-Milliardär Ernesto Bertarelli. Schon vor dem möglicherweise schon alles entscheidenden Duell am Samstag rechnete der 37-Jährige mit den Kritikern ab: "Wir sind kritisiert worden, als wir damals unser Design-Team zusammengestellt haben, doch es hat sich ausgezahlt: Wir haben nicht nur ein verlässliches, sondern auch ein schnelles Boot."

Bertarellis Lob gilt insbesondere Chefdesigner Rolf Vrolijk aus Hamburg, der mit dem möglichen Gesamtsieg der Schweizer als erster europäischer Konstrukteur die "Auld Mugg" gewinnen könnte. Vrolijk selbst bleibt zurückhaltend: "Ich fange erst langsam an, die historische Bedeutung zu spüren. Ich hatte einfach noch keine Zeit, mich damit zu befassen."

Für die Segelgroßmacht Neuseeland, vor dem ersten Startschuss im America's Cup bei Buchmachern und Experten als Favorit im Kampf um die berühmte Silberkanne gehandelt, kündigt sich der sportliche Untergang an. Möglicherweise werden der junge Skipper Dean Barker (29) und sein Team von "Alinghis" Skipper Russell Coutts mit dem selben Ergebnis deklassiert, mit dem Coutts noch vor drei Jahren als Kapitän der Neuseeländer die italienischen Prada Challenge zurück nach Europa schickte: 5:0.

Schon jetzt wird Coutts als größter Cup-Segler der Geschichte gefeiert. Mit seiner Rekordserie von 13 Siegen in America's Cup- Wettfahrten steht er einsam an der Spitze der ewigen Bestenliste. Mit einem Sieg am Samstag könnte sich der "Hai am Steuer" selbst das schönste Geschenk zum 41. Geburtstag bescheren. "Wir alle möchten ihm diesen Sieg gern schenken", so Vrolijk.

Für Schümann, der als erster deutscher Segler den America's Cup gewinnen kann, liegt in der Ruhe die Kraft: "Ich bin froh, wenn ich früh zu Bett komme. Ich muss Energie sammeln. Könnte ja sein, dass es am Samstag nicht nur einen hoffentlich spannenden sportlichen Höhepunkt für uns alle gibt, sondern vielleicht noch eine Party im Anschluss."

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