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Allawi: Irak erwartet keine deutschen Truppen

Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi hat an die Bundesregierung appelliert, sich stärker bei der politischen Stabilisierung der gesamten Krisenregion zu engagieren. Deutschland sei in einer guten Position, sich an diesem Prozess voll zu beteiligen.

dpa BERLIN. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi hat an die Bundesregierung appelliert, sich stärker bei der politischen Stabilisierung der gesamten Krisenregion zu engagieren. Deutschland sei in einer guten Position, sich an diesem Prozess voll zu beteiligen.

Das schrieb er anlässlich seines ersten Berlin-Besuch am Donnerstag in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Allawi wird im Rahmen einer Europa-Reise an diesem Freitag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer zusammenkommen. Bei den Gesprächen geht es auch um Einzelheiten des von Deutschland im Rahmen des Pariser Clubs der Gläubigerländer zugesagten Schuldenerlasses für den Irak.

Der Regierungschef aus Bagdad betonte, er komme nicht nach Berlin, "um um Truppen zu bitten". Sein Land brauche für seine Sicherheit bessere irakische Soldaten, aber keine zusätzlichen Truppen aus weiteren Ländern. Deshalb sei die Ausbildung irakischen Personals durch Deutschland in den Vereinigten Arabischen Emiraten so wichtig. Er rief deutsche Unternehmen auf, sich aktiver am Wiederaufbau seines Landes zu beteiligen. Er verwies darauf, dass die irakische Wirtschaft in diesem Jahr um über 52 Prozent wachsen werde.

Allawi bekräftigte, dass die für den 30. Januar 2005 geplanten Wahlen wegen der gespannten Sicherheitslage nicht verschoben werden sollen. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung sei für eine frühzeitige Wahl.

Unterdessen ist in der irakischen Hauptstadt Bagdad eine Serie von Anschlägen verübt worden. Innerhalb einer halben Stunde schlugen am Donnerstag Granaten an mindestens vier verschiedenen Orten in der Innenstadt ein. Ein Anschlagziel war das Büro der Mobilfunkfirma Iraqna. Weitere Explosionen gab es nach Angaben von Augenzeugen an zwei Plätzen in der Innenstadt. Am Tigrisufer wurden drei Iraker verletzt, als Aufständische einen Parkplatz mit Panzerfäusten beschossen.

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