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Allawi trotz Gewalt zuversichtlich

Sechs Wochen vor den geplanten Wahlen im Irak sieht Übergangsministerpräsident Ijad Allawi trotz der anhaltenden Gewalt Anzeichen für eine Verbesserung der Lage.

dpa BAGDAD. Sechs Wochen vor den geplanten Wahlen im Irak sieht Übergangsministerpräsident Ijad Allawi trotz der anhaltenden Gewalt Anzeichen für eine Verbesserung der Lage.

So sei die Zahl der Anschläge deutlich zurückgegangen, sagte Allawi bei einer Anhörung im Übergangsparlament in Bagdad. Allawi gab zugleich bekannt, dass bei einem Gefecht im Irak kürzlich ein Getreuer des jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi getötet worden sei. Bei der Explosion einer Autobombe in Bagdad starb ein Nationalgardist.

Nach Allawis Angaben verübten Aufständische zurzeit 50 Anschläge pro Tag. Bei Ausrufung des Ausnahmezustands am 7. November seien es täglich noch über 120 Anschläge gewesen. Allerdings habe der Terror jetzt eine andere Dimension erreicht. So seien alle Iraker bedroht, die irgendwie mit der Regierung oder staatlichen Institutionen verbunden sind.

Bei dem Gefecht, bei dem der Sarkawi-Vertraute Hassan Ibrahim Farhan getötet wurde, seien auch zwei seiner Helfer verhaftet worden, sagte der Ministerpräsident. Außerdem sei bei Kämpfen um Falludscha ein Vetter von Saddam Hussein festgenommen worden. Allawi kündigte an, dass in der kommenden Woche mit der Rückführung der vor der Offensive geflohenen 200 000 Einwohner begonnen werde.

Ebenfalls in der kommenden Woche sollten die ersten Prozesse gegen hochrangige Funktionäre des gestürzten Saddam-Regimes beginnen. Auf die Frage, wann der Prozess gegen Saddam Hussein selbst anstehe, sagte der Premier: "Die Vorbereitungen hierfür sind umfangreich und werden noch lange dauern." Beobachter gehen davon aus, dass der Prozess nicht vor 2006 beginnt.

Unterdessen gab die Wahlkommission bekannt, dass für die Ende Januar geplanten Wahlen 60 Mill. Wahlzettel gedruckt werden. Allerdings ist noch unklar, wie viele Parteien und Kandidaten auf den Wahlzetteln aufgeführt werden. Dies werde erst am Mittwochabend feststehen, wenn die letzte Frist für die Parteien auslaufe, ihre Kandidatenlisten zu präsentieren, hieß es.

Der einflussreiche Großajatollah Ali al-Sistani ließ in Nadschaf erklären, er unterstütze keine bestimmte Kandidatenlisten für die geplante Wahl Ende Januar. Bislang hieß es stets, der höchste schiitische Geistliche des Iraks bevorzuge eine Liste, auf der Mitglieder der beiden großen Schiitenpartein, der Hohe Rat für die Islamische Revolution im Irak (Sciri) und die Dawa- Partei, vertreten sind. "Die schiitischen Religionsgelehrten unterstützen alle Iraker und nicht nur eine bestimmte Religionsgruppe", betonte sein Sprecher Ahmed al-Safi.

Bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum von Bagdad seien auch mehrere Zivilisten verletzt worden, meldete der irakische Fernsehsender Iraqia. Nach Augenzeugenberichten wurde der Sprengsatz nahezu an derselben Stelle gezündet, an der am Vortag eine Bombe detoniert war. Die Nationalgardisten sind im Stadtteil Mansur am Rande der so genannten Grünen Zone stationiert.

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