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Allawi und Bush halten an Wahlen im Irak fest

Ungeachtet anhaltender Gewalt halten US-Präsident George W. Bush und der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi an den Parlamentswahlen im kommenden Januar fest.

dpa WASHINGTON/BAGDAD. Ungeachtet anhaltender Gewalt halten US-Präsident George W. Bush und der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi an den Parlamentswahlen im kommenden Januar fest.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die Wahlen sollten selbst dann abgehalten werden, wenn wegen der Sicherheitslage in einem Viertel oder Fünftel des Iraks nicht gewählt werden könne. Eine nicht perfekte Wahl sei aber besser als gar keine, sagte Rumsfeld am Donnerstag bei einer Anhörung vor einem Komitee des US-Senats in Washington. Er rechnet damit, dass bis zu den Wahlen zusätzlich zu den US-Truppen zwischen 110 000 bis 140 000 irakische Sicherheitskräfte die Wahlen absichern.

Bush und Allawi erklärten am Donnerstag in Washington, dass der Irak zu einer zentralen Front im Kampf gegen den Terrorismus geworden sei. Bush schloss einen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak erneut kategorisch aus und kündigte für die kommenden Monate Hilfsmittel in Höhe von neun Mrd. Dollar (7,3 Mrd. Euro) für den Wiederaufbau an.

Nach der Veröffentlichung neuer grausamer Videoaufnahmen von Geiseln im Irak haben die verzweifelte Ehefrau des mit dem Tode bedrohten Briten Kenneth Bigley und dessen Mutter die Geiselnehmer um "Gnade" für ihren Mann gebeten. Ehefrau Sombat Bigley sagte im BBC- Fernsehen: "Mein Mann wollte den Menschen im Irak helfen und hat dort viele Freunde gefunden. Als liebende Ehefrau bitte ich Sie erneut um Gnade." Die 86-jährige Lil Bigley bat die Entführer ihres Sohnes: "Bitte lassen Sie Gnade walten und schicken Sie Ken lebend zu mir nach Hause. Seine Familie braucht ihn. Ich brauche ihn."

Wie andere Angehörige des 62-Jährigen hatte auch sie am Mittwochabend das von den Entführern im Internet verbreitete Video gesehen, auf dem ein zeitweise schluchzender Bigley den britischen Premierminister Tony Blair um Hilfe anfleht. Die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad zeigte gleichzeitig ein neues Video, das die Enthauptung des US-Bürgers Jack Hensley zeigt, der mit Bigley entführt worden war.

Große Zweifel wurden unterdessen an einem neuen Bekennerschreiben laut, in dem Unbekannte im Namen einer Gruppe, die sich "Ansar el Sawahiri" nennt, über die angebliche Ermordung der beiden im Irak entführten Italienerinnen berichtet. Das staatliche italienische Fernsehen berichtete, die Gruppe habe auf einer arabischen Internet- Seite angekündigt, sie wolle ein Video als Beweis für die Tat veröffentlichen. Die Regierung in Rom erklärte, es könne sein, dass es sich bei der Botschaft nur um "Medienterrorismus" handele.

Neue Gefechte gab es in der Nacht laut El Arabija in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City. Die Milizionäre der "Mahdi-Armee" des radikalen Schiitenpredigers Muktada el Sadr hätten US-Truppen mit Panzerfäusten angegriffen. Diese hätten daraufhin mehrere Ziele in der Vorstadt bombardiert und dabei mindestens vier Iraker getötet.

Bei Anschlägen im Süden von Bagdad kamen am Donnerstag mindestens fünf Menschen ums Leben. In der Kleinstadt Iskanderija explodierte ein Sprengsatz unter einem Kleinbus. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden, berichteten Krankenhausärzte. Aufständische schossen in Haswa, 60 Kilometer südlich von Bagdad, aus ihrem Auto auf einen Polizeiwagen und töteten zwei Beamte.

In der nordirakischen Stadt Mossul ermordeten Unbekannte am Donnerstag nach Polizeiangaben einen Öl-Manager. Die Angreifer erschossen den stellvertretenden Vertriebschef der Nordöl- Gesellschaft, Saana Toma Suleiman, als er mit dem Auto ins Büro fahren wollte.

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