Alle 20 Minuten neues Minenopfer
Internationale Anti-Landminen-Konferenz in Genf eröffnet

afp GENF. Eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Ottawa-Abkommens sind Vertreter aus über hundert Ländern in Genf zusammengekommen, um die Fortschritte im Kampf gegen Anti-Personen-Minen zu beurteilen. Im Beisein von Minenopfern aus drei Kriegsgenerationen eröffnete der Schweizer Bundespräsident Adolf Ogi am Montag die fünftägige Folgekonferenz des internationalen Abkommens gegen Landminen von Ottawa. Vor Beginn der Konferenz sagte die Leiterin der Anti-Landminen-Organisation ICBL, Jody Williams, die internationale Gemeinschaft sei auf dem besten Wege, den Kampf gegen die Minen zu gewinnen. Seit dem Inkrafttreten des Abkommens vor 18 Monaten sei der Export dieser Waffen weltweit so gut wie gestoppt, ergänzte die Nobelpreisträgerin von 1997. Ziel der Konferenz sei es, noch mehr Staaten von der Notwendigkeit der Unterzeichnung und Ratifizierung des Anti-Minen-Abkommens zu überzeugen.

Bis zum Ende der Veranstaltung dreht sich vor dem Genfer Konferenzgebäude der Vereinten Nationen eine riesige Sanduhr im 20-Minuten-Takt. Statistisch gesehen gibt es weltweit alle 20 Minuten ein neues Minenopfer. Derzeit würden Landminen vor allem in Tschetschenien eingesetzt, sagte Williams. Sowohl tschetschenische Rebellen als auch die russische Armee verwendeten die Waffen. Nicht beigetreten sind dem Abkommen die USA, Russland und China.

Dennoch seien Fortschritte gemacht worden, betonte Williams. Vor allem in den am stärksten verminten Ländern wie Afghanistan, Kambodscha, Bosnien und Mosambik sei die Zahl der Opfer deutlich gesunken. Während 1997 noch in 54 Ländern Landminen hergestellt worden seien, gebe es mittlerweile nur noch 16 Produktionsstaaten.

Auf der Konferenz wird die ICBL ihren Minenbericht über die derzeitige Lage in den einzelnen Ländern vorstellen. Das Ottawa-Abkommen verbietet Herstellung, Handel und Gebrauch der Minen. Bisher wurde es von 138 Staaten unterzeichnet. Wenige Tage vor der Konferenz in Genf erhöhte sich die Zahl der ratifizierenden Länder von 101 auf 105. Laut dem ICBL-Bericht setzen weltweit noch immer elf Regierungen und 30 Rebellengruppen Landminen ein.

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