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Alle deutschen Damen in Filderstadt ausgeschieden

Anna-Lena Grönefeld hat die blamable Bilanz der deutschen Tennisdamen beim mit 650 000 Dollar dotierten WTA-Turnier in Filderstadt nicht verbessern können. Die 19-Jährige aus Nordhorn schied als letzte Deutsche aus.

dpa FILDERSTADT. Anna-Lena Grönefeld hat die blamable Bilanz der deutschen Tennisdamen beim mit 650 000 Dollar dotierten WTA-Turnier in Filderstadt nicht verbessern können. Die 19-Jährige aus Nordhorn schied als letzte Deutsche aus.

Bei der 2:6, 2:6-Erstrunden-Niederlage erteilte ihr die Weltranglisten-17. Jelena Bowina aus Russland eine Lehrstunde. "Ich habe sehr viele Fehler gemacht und bin gar nicht richtig ins Spiel gekommen", klagte das in den USA lebende Talent. Grönefeld gilt als die größte Hoffnung der krisengebeutelten Damen-Abteilung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) und hatte das Hauptfeld durch eine Wildcard erreicht.

Zum dritten Mal nacheinander läuft die Veranstaltung von der zweiten Runde an ohne deutsche Beteiligung ab. Am Abend zuvor hatte Marlene Weingärtner (Heidelberg), die ebenfalls eine Wildcard erhalten hatte, beim 0:6, 0:6 gegen die kolumbianischen Qualifikantin Fabiola Zuluaga ein Debakel erlebt. In der Qualifikation war zudem gleich ein halbes Dutzend deutscher Spielerinnen gescheitert. Nur im Doppel dürfen Grönefeld mit der Stuttgarterin Julia Schruff und Weingärtner mit der Französin Caroline Dhenin noch mitmischen.

Die frühere Weltklasse-Spielerin Anke Huber, in Filderstadt Sportliche Leiterin, traut Grönefeld noch am ehesten zu, unter die Top 50 zu kommen. Davon trennen die 1,80 m große Blondine momentan noch 21 Ränge. Langfristig hat sich Grönefeld jedoch hohe Ziele gesetzt. "Ich will unter die besten Zehn", sagte sie.

Nicht umsonst hat sie das Gymnasium nach der zehnten Klasse abgebrochen und sich vor eineinhalb Jahren der Akademie International Tennis USA (Itusa) und Coach Rafael Font de Mora in Scottsdale/Arizona angeschlossen. Finanziert wird der Aufenthalt von ihrem Ausrüster (adidas), dem DTB und dem niedersächsischen Tennis- Verband. Bei 28 Turnieren ist Grönefeld in ihrem ersten Profijahr angetreten. "Ich habe sehr viel gespielt, um Erfahrung zu sammeln. Und wenn ich das Jahr zusammenfasse, bin ich sehr zufrieden."

Bei ihrem Auftritt gegen Bowina bewies Grönefeld, dass sie beweglicher und konditionsstärker geworden ist, trotzdem hatte sie noch nicht die nötige Klasse, um die Russin zu gefährden. 191 424 Dollar hat Grönefeld bislang auf der WTA-Tour verdient, auf einen Turniersieg wartet die Tochter eines Chirurgen und einer Lehrerin noch. "Zu defensiv. Sie muss auch mal das Spiel bestimmen", sagte Font de Mora zur Leistung seines Schützlings. Doch der gebürtige Spanier glaubt: "Anna-Lena wird noch viele überraschen."

Nicht jedoch beim traditionsreichsten europäischen Hallenturnier, wo die siegreiche Bowina nun auf US-Open-Siegerin Swetlana Kusnetsowa trifft. Einen heftigen Ausrutscher leistete sich Jelena Dementiewa, ebenfalls eine der hochgehandelten Russinnen: Die an Nummer fünf gesetzte Finalistin der French Open und US Open unterlag in Runde 1 Lisa Raymond (USA). Die war nur als "Lucky Looser" der Qualifikation weitergekommen, setzte sich aber mit 6:0, 7:5 durch. Dagegen zog Lindsay Davenport als erste Spielerin schon in die dritte Runde ein. Die an Nummer zwei gesetzte US-Amerikanerin besiegte die Olympia-Dritte von Athen, Alicia Molik aus Australien, sicher 6:1, 6:0 und hat damit weiter die Chance, Nummer 1 der Weltrangliste zu werden.

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