Alle DTB-Damen gescheitert
Schüttler nach Kurzschicht in Runde drei

Rainer Schüttler hatte es eilig und ist Nicolas Kiefer nach einer beeindruckenden "Kurzschicht" in die dritte Runde von Wimbledon gefolgt. Wie ein Wirbelwind fegte der 24-Jährige am Donnerstag den Armenier Sargis Sargsian vom Rasen und ballte nach dem 6:3, 6:0, 6:1- Erfolg in nur 76 Minuten triumphierend die Faust.

dpa LONDON. Der Weg ins Viertelfinale, in dem Lokalmatador Tim Henman der Gegner sein kann, ist vorgezeichnet. Zunächst geht es am Samstag aber gegen den jungen Spanier Filiciano Lopez, den Thomas Haas im Vormonat bei den French Open geschlagen hat. Der Hamburger fehlt in Wimbledon, weil er sich um seine bei einem Motorradunfall schwer verletzten Eltern kümmert. Schüttler und Kiefer sind aus deutscher Sicht die letzten Mohikaner bei den 116. All England Championships.

"Heute hat einfach alles gepasst", sagte der Hesse und freute sich diebisch über seine gelungene Vorstellung. "Es lief alles perfekt, fast schon zu perfekt, denn jetzt darf ich nicht den Fehler machen, zu viel von mir zu erwarten." Ein Sieg am Samstag ist allerdings Pflicht. "Ich will endlich den Bann brechen und zum ersten Mal ins Achtelfinale kommen."

Dort hätte es zum Aufeinandertreffen mit Alexander Waske kommen können. Doch der Qualifikant aus Frankfurt/Main musste am Donnerstag die Segel streichen. Der 27-Jährige unterlag dem Brasilianer Flavio Saretta mit 7:6 (7:5), 4:6, 4:6, 5:7 und durfte sich bei seinem Wimbledon-Debüt zumindest über die Erstrunden-Überraschung gegen den Italiener Andrea Gaudenzi freuen.

Totale Enttäuschung herrschte bei den Damen des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Auch die letzten beiden von acht gestarteten Spielerinnen verabschiedeten sich am vierten Tag der All England Championships. Barbara Rittner aus Leverkusen unterlag Silvia Elia Farina aus Italien mit 3:6, 2:6 und war dabei ebenso chancenlos wie Jana Kandarr gegen Tamarine Tanasugarn aus Thailand. Die Heidelbergerin musste sich mit 3:6, 4:6 beugen und sich am Ende vorhalten lassen, selbst die besten Chancen ausgelassen zu haben.

Topfavorit Lleyton Hewitt absolvierte seine Pflichtaufgabe gegen Qualifikant Gregory Carraz aus Frankreich meisterlich. Nur im zweiten Satz verließ den Weltmeister für ein paar Minuten die Souveränität, die ihn hernach aber wieder auszeichnete. Mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:2 zog er fast zeitgleich mit dem nebenan spielenden Schüttler in die dritte Runde ein, in welcher der Australier auf den Österreicher Julian Knowle trifft.

Ohne viel Federlesen kamen auch Titelverteidigerin Venus Williams (USA) sowie Vorjahres-Finalistin Justine Henin (Belgien) und Monica Seles (USA) in die dritte Runde. Ausgeschieden ist dagegen Hewitt- Freundin Kim Clijsters aus Belgien, die der Russin Jelena Lichowtsewa mit 6:7 (5:7), 2:6 unterlag.

Der Wahl-Schweizer Schüttler nutzte jede sich bietende Möglichkeit ohne Gnade. Dass sein Gegenüber mit jedem Fehlschlag unsicherer wurde und sich mehr im Meckern denn im Kämpfen erprobte, nahm er scheinbar gleichgültig hin. "Der erste ist dumm", quittierte er das unverständliche Aufschlag-Risiko des 29-jährigen Armeniers, der sich mehr und mehr mit der glatten Niederlage abfand.

Am Tag nach dem erstaunlichen Abschied der Champions Pete Sampras und Andre Agassi und dem glatten Sieg von Nicolas Kiefer gegen den Chilenen Fernando Gonzalez machte der an Nummer 17 gesetzte Schüttler kurzen Prozess. Der Korbacher hatte sogar Zeit, sich um einen Rollstuhlfahrer zu kümmern, den er für seine unermüdliche Unterstützung noch während des Matches mit einem Wimbledon-Handtuch entlohnte. Am Ende jubelten alle, zu allererst Schüttler-Trainer Dirk Hordorff und die schon ausgeschiedene Bianka Lamade.

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