Alle Jahre wieder kommt das Zubrot vom Finanzamt
Wissenswertes rund um die Eigenheimzulage

Die Eigenheimzulage muss man nur einmal beantragen, dann fließt das Geld acht Jahre lang. Doch es gibt einige Fallen, die teuer werden können.

chs DÜSSELDORF. Das Formular sieht auf den ersten Blick aus wie eine Steuererklärung. Aber die drei Seiten mit dem Titel "Antrag auf Eigenheimzulage" sind vergleichsweise rasch und einfach ausgefüllt. Und das Schöne: Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, überweist das Finanzamt bis zu achtmal Eigenheim- und Kinderzulage. Für eine Familie mit zwei Kindern summiert sich die Höchstförderung auf 32 720 Euro.

Wer kommt in den Genuss der staatlichen Förderung, und was ist zu beachten? Die wichtigsten Punkte:

Der Fiskus fördert nur selbst genutzte Eigenheime oder Eigentumswohnungen. Wer ein reines Miethaus baut oder kauft, bleibt also außen vor.

Geld gibt der Staat aber nur dem, der in seinen Augen nicht zu viel verdient: Alleinstehende dürfen im ersten Jahr, für das die Zulage beantragt wird, und im Jahr davor nicht mehr als 81 807 Euro verdienen, zusammen veranlagte Ehepaare das Doppelte, nämlich 163 614 Euro. Für jedes Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 30 678 Euro. Maßgebend ist der "Gesamtbetrag der Einkünfte" (Einkünfte minus Werbungskosten). Die Musterfamilie mit zwei Kindern kann im Zweijahreszeitraum also knapp 225 000 Euro verdienen, um die Zulage noch zu bekommen. Wer zu Beginn der Förderung diese Grenze unterschreitet, ist fein raus. Denn er bekommt das Geld vom Staat dann auch acht Jahre lang, wenn er später mehr verdienen sollte. Umgekehrt ist für Besserverdienende aber nicht alles verloren, wenn sie anfangs die Einkommensgrenzen überschreiten. Fallen sie im Laufe der acht Jahre unter die Grenzen, weil zum Beispiel ein Kind kommt, können sie die Zulage neu beantragen und erhalten diese dann für den Rest des Achtjahreszeitraums. Nachwuchs kann übrigens auch in den anderen Fällen nachgemeldet werden. Das Finanzamt zahlt dann ab dem Jahr der Geburt die Kinderzulage von 767 Euro.

Neben der Kinderzulage gibt es für den Bau oder Kauf eines Neubaus acht Jahre lang maximal 2 556 Euro, für Altbauten die Hälfte (1 278 Euro). Die maximalen Beträge gibt es nur, wenn das Haus oder die Wohnung inklusive Nebenkosten mehr als 51 120 Euro gekostet hat. Ansonsten wird die Zulage gekürzt. Zudem setzt der Staat den Rotstift an, wenn er mehr als 50 Prozent des Anschaffungsbetrags finanzieren soll. Auch Ausbau oder Erweitung eines Hauses kann gefördert werden.

Wer einzelne Räume der Wohnung vermietet hat oder sich ein Arbeitszimmer eingerichtet hat, muss diese bei der Berechnung außen vor lassen. Als förderungswürdige Nutzung erkennt der Fiskus allerdings auch an, wenn die Wohnung unentgeltlich einem Angehörigen überlassen wird.

Vorsicht vor der "Silvesterfalle"

Schon bei der Planung des Baus oder des Erwerbs der Immobilie sollte der künftige Eigenheimbesitzer eines vermeiden: in die "Silvesterfalle" zu tappen. Zieht der Bauherr nicht im Jahr der Fertigstellung ein oder der Käufer nicht im Jahr, in dem Besitz, Nutzen und Lasten an ihn übergehen, fällt die Förderung für ein Jahr aus. Dann hat zum Beispiel die Modellfamilie mit zwei Kindern 4 090 Euro verschenkt.

Wichtig: Die Eigenheimzulage gibt es grundsätzlich nur einmal im Leben. Wer also schon einmal in den Genuss der Förderung gekommen ist (auch etwa durch die vor 1996 geltenden steuerlichen Vergünstigungen), hat die Förderung verfrühstückt. Ehepartner können die Zulage zweimal in Anspruch nehmen, allerdings normalerweise nicht für ein Objekt gleichzeitig.

Bewohnt der Immobilienbesitzer sein Haus nicht bis zum Ablauf des Förderzeitraums, kann er die nicht ausgenutzte Förderung auf das nächste Eigenheim übertragen.

Wer bis Ende 2002 noch Energiespartechnik einbaut, etwa eine Solaranlage, erhält vom Staat zusätzlich maximal 256 Euro pro Jahr, und wer bis dahin ein Niedrigenergiehaus bezieht, bekommt 205 Euro jährlich.

Den Antrag kann und sollte man nach dem Einzug stellen, hat damit aber maximal vier Jahre Zeit, das heißt: Bis Ende 2002 kann etwa noch Eigenheimzulage für 1998 beantragt werden.

Übrigens: Auch wer Anteile an einer Wohnungsbaugenossenschaft kauft, kann die Zulage kassieren - dafür gelten aber eigene Bestimmungen.

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