Alle Mitgliedsländer des IWF sollen einheitliche Standards für eine bessere Finanzaufsicht übernehmen
Kommentar: Der Kampf gegen die Geldwäsche gewinnt an Dynamik

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist keine Weltpolizei. Er kann dennoch helfen, Terroristen zu bekämpfen. Die Attentäter selbst aufzuspüren ist Polizeiarbeit. Finanzinstitute aber können sie von ihren Geldquellen abschneiden und damit lahm legen. Der IWF hat am Wochenende in der kanadischen Hauptstadt Ottawa angekündigt, dabei eine zentrale Rolle spielen zu wollen. Will man die Finanziers der Terroristen aufspüren, muss man gleichzeitig die Methoden des Kampfes gegen Geldwäscher verbessern. Damit kann man auch andere Kriminelle wie Drogenbarone oder Waffenschieber treffen.

Der Kampf gegen Geldwäsche geht auf eine Initiative der G7 - also der großen Industrieländer - zurück. Sie haben in Paris bei der OECD ein Sekretariat eingerichtet, das die internationalen Aktionen gegen Geldwäscher koordiniert. In Ottawa hat ihre Arbeit eine neue Dynamik gewonnen. Der Kreis wurde erweitert. Es ist jetzt die Gruppe der 20, die hinter der Initiative gegen Geldwäsche und für Terrorbekämpfung steht. Diesem Gremium gehören neben den Industriestaaten auch wichtige Schwellenländer an. Letztendlich strebt der IWF an, dass alle Mitgliedstaaten Standards übernehmen, die ein geordnetes Finanzsystem gewährleisten. Dafür hat ihnen der IWF in Ottawa zusätzliche Hilfen versprochen.

Der Grund, weshalb der Währungsfonds sich den Kampf gegen Geldwäsche zu Eigen macht, liegt auf der Hand: Die Attentäter haben nicht nur das World Trade Center in New York zerstört, sondern auch die Weltwirtschaft beschädigt, die seit dem 11. September in ihrer Dynamik erlahmt. Am meisten leiden darunter die Entwicklungs- und Schwellenländer. Sofern sie eng mit den USA verbunden sind, laufen sie Gefahr, in einen Rezessionssog zu geraten. Sie sind schon von manchen ausländischen Kapitalquellen abgeschnitten. Dabei benötigten sie dringend Investoren.

Mit jedem weiteren Terroranschlag kann sich die Lage verschlimmern. Umso dringlicher ist es, die Finanziers des Terrors zu finden und sie um ihre Gelder zu bringen. Das ist leichter gesagt als getan und geht auch nur indirekt - durch eine bessere Überwachung der Finanzplätze und der darauf agierenden Institute.

Gesetze gegen Geldwäsche setzen zumeist bei den Banken an, die ihre Kundenkonten nach verdächtigen Bewegungen überprüfen sollen. Computerkontrollen machen dies zwar möglich, diese gibt es aber erst vereinzelt. Und sie stoßen auf den Widerstand der Datenschützer, weil sich eine systematische Erfassung der Kontenbewegungen auch für die Steuerfahndung missbrauchen lässt. Geldwäscher haben übrigens längst gelernt, einen Bogen um die Banken zu machen, die systematisch ihre Konten absuchen. Hinzu kommt, das in vielen Ländern die Finanzaufsicht lasch ist. Kriminelle, die dort ihr Geld verbergen wollen, haben leichtes Spiel. Hier wird die Rolle des IWF sichtbar. Er ist mit seinen systematischen Überwachungen ganz nahe an allen Ländern dran und kann prüfen, was sie zur Verbesserung ihrer Finanzsysteme und Finanzaufsicht unternehmen. Und er kann notfalls Druck ausüben. Damit hilft er auch, das internationale Finanzsystem zu stabilisieren und Störungen von einer sich immer mehr vernetzenden Weltwirtschaft abzuwenden.

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