Alle Sektoren im roten Bereich
US-Märkte notieren zu Mittag tief in den Miesen

Der Dow Jones verliert bei relativ schwachem Handelsvolumen zeitweise über 200 Punkte oder zwei Prozent auf 9 335 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Index notiert derzeit bei 1 731 Punkten und weist einen Verlust von 37 Punkten oder 2,1 Prozent aus.

Zahlreiche schlechte Nachrichten aus dem außerbörslichen Umfeld belasten am Montag den Handel auf dem New Yorker Parkett. Zwar waren am Wochenende keine neuen Anthraxfälle bekannt geworden, doch vermutet die Regierung nach Untersuchung bisher gezogener Proben eine Verbindung in den Irak. Außerdem arbeitet am Morgen das höchste US-Gericht, der Supreme Court in Washington, wegen Anthrax-Verdachts nicht in den eigenen Räumen. Zwei State Departments wurden ebenfalls geräumt.

Nach einer fünfwöchigen Rally seit den Kurseinbrüchen nach dem 11. September gibt es am Montag zudem Gewinnmitnahmen, die nicht wirklich überraschen. Zumal gegen Ende der vergangenen Woche zahlreiche Marktbeobachter davor gewarnt hatten, die Märkte würden erneut ihre Tiefststände testen. Zuletzt hatte sich am Wochenende Doug Cliggott, der Chef Portfolio Stratege von J.P.Morgan Chase, pessimistisch geäußert. "Der S&P 500 Index", so Cliggott über den breit gefächerten Indikator, "kann bis Frühjahr 2002 noch um 28 Prozent auf 800 Punkte fallen."

Investoren befürchten, dass ein erneuter Kursrutsch noch in dieser Woche einsetzen könnte. Der Grund: In den nächsten fünf Handelstagen werden zahlreiche Wirtschaftsdaten veröffentlicht, die nach Analystenerwartungen sehr schwach ausfallen könnten. Dazu gehören das Verbrauchervertrauen am Dienstag, das Bruttosozialprodukt und die Arbeitsmarktdaten am Freitag.

Unternehmensmeldungen stützen die Wall Street am Morgen auch nicht. Zwar hat der Rüstungskonzern Lockheed Martin wie erwartet einen Auftrag des Verteidigungsministeriums zum Bau neuer Kampfjets an Land gezogen. Mit einem Volumen von 200 Mrd. Dollar ist dies der größte Auftrag in der amerikanischen Rüstungsgeschichte. Die Aktie von Lockheed Martin gewinnt drei Prozent. Dafür verlieren zwei Dow Jones Werte: Das Papier von Mitbewerber Boeing fällt am Mittag bereits um acht Prozent, nachdem das Unternehmen leer ausgegangen ist. Auch an Honeywell trauen sich die Investoren nicht. Der Industriegigant ist einer der wichtigsten Zulieferer von Lockheed Martin und profitiert von dem Großauftrag. Der Dow-Titel gibt dennoch 1,4 Prozent ab.

Auch die Aktien von General Motors notieren zur Stunde in den Miesen. Der Konzern hat seine Elektronik-Sparte samt dem Satelliten-TV-Betreiber Hughes Elecronics für 26 Mrd. Dollar an Echostar bestätigt. Die Bemühungen des Medien-Moguls Rupert Murdoch, die News Corp. als globalen Satelliten-TV-Anbieter auszurichten, sind damit ins Leere gelaufen. Doch auch für GM und Echostar ist der Deal noch lange nicht unter Dach und Fach: Die Wettbewerbshüter haben noch darüber zu entscheiden, ob und wie die Übernahme geschehen kann. Die Investoren zeigen sich am Montag zurückhaltend, die Papiere von General Motors , Echostar und der News Corp. verlieren.

An der Nasdaq notieren zur Stunde alle Sektoren im roten Bereich. Unter den Big Caps kann alleine Sun Microsystems Gewinne einfahren. Auf der "Sun One"-Welle klettert der Titel am Morgen fast drei Prozent ins Plus. "Sun One" ist eine neue Internet-Software, die verschiedene Applikationen unter ein Dach bringt und Branchenprimus Microsoft Marktanteile abgraben soll.

Der Computerhersteller Dell konnte die Börsianer mit einem neuen Computer für Einsteiger offenbar nicht überzeugen. Das Unternehmen bringt einen Desktop für 599 Dollar auf den Markt, um das Computer-Interesse von Erstkunden zu bedienen. Die Aktie verliert mehr als drei Prozent.

Zu den größten Verlieren zählen weiterhin die Titel der Halbleiterbranche, die im Schnitt 3,4 Prozent abgeben. Auch die Papiere der Chip- und Netzwerkunternehmen verlieren stark an Boden. Allein Redback Networks kann am Markt deutlich zulegen und gewinnt im Montagshandel mehr als zehn Prozent an Wert. Das Unternehmen hat den neuen Router Smart Edge 800 vorgestellt, in dem Experten eine "Revolution für den Netzwerksektor" sehen.

Kommunikations Provider Worldcom gehörte am Morgen zu den Gewinnern an der Tech-Börse. Das Unternehmen wurde vom Brokerhaus Lehman Brothers aufgewertet. Die Aktie gewinnt vier Prozent an Wert. 14 Prozent im Plus notiert indes das Papier von Surebeam. Das Unternehmen hat einen Großauftrag der US Post an Land gezogen. Man wird die Verteilerzentren der Post mit einem Verfahren ausstatten, Anthrax zu erkennen und den Kontakt von Angestellten mit dem Milzbranderreger zu vermeiden.

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