Alle sieben Astronauten tot
Raumfähre Columbia zerbrach beim Landeanflug

17 Jahre nach der Challenger-Explosion haben die USA eine zweite Raumfähre bei einer Katastrophe verloren. Kurz vor der geplanten Landung ist die Columbia am Samstag mit sieben Menschen an Bord in mehrere Teile zerbrochen. Das Unglück geschah in rund 60 000 Metern Höhe.

HB/dpa/rtr WASHINGTON. "Der Shuttle ist verloren", sagte ein Beamter der Raumfahrtbehörde NASA in Houston (Texas) dem Nachrichtensender CNN. US-Präsident George W. Bush rief seine Berater auf dem Landsitz Camp David bei Washington zu einer Eilsitzung zusammen. Beim Absturz der US-Raumfähre "Columbia" haben sich nach Angaben der US-Regierung nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf einen Anschlag ergeben.

Auf einem Fernseh-Video war deutlich zu sehen, wie der älteste Raumtransporter der NASA-Flotte über der texanischen Stadt Dallas zerbrach. Zeugen berichteten, sie hätten einen lauten Knall gehört. Die NASA warnte die Bevölkerung davor, sich irgendwelchen Trümmerteilen zu nähern. Sie könnten giftiges Material enthalten, sagte Sprecher James Hartsfield. Trümmerfunde sollten den Behörden gemeldet werden. In der Umgebung von Dallas wurden Rettungs- und Bergungsmannschaften alarmiert.

Die Columbia flog mit einer Geschwindigkeit von 20 100 Stundenkilometern in einer Höhe, die nach Aussagen von Experten für einfache Raketen unerreichbar ist. Aus Angst vor Anschlägen waren beim Start und bei der geplanten Landung in Cape Canaveral die bisher strengsten Sicherheitsvorkehrungen bei einer solchen Mission angeordnet worden.

Zuletzt hatte sich die Besatzung gegen 15 Uhr MEZ gemeldet, sagte ein NASA-Sprecher. Bis dahin habe es keine Hinweise auf Probleme gegeben. Der Shuttle sollte um 15.16 MEZ auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida nach 16 Tagen im All landen. Die Astronauten hatten rund um die Uhr mehr als 80 wissenschaftliche Experimente ausgeführt.

Unter ihnen befand sich der erste israelische Astronaut, Ilan Ramon. Der 48-jährige Sohn einer Auschwitz-Überlebenden wollte nach eigenen Worten mit seinem Flug dazu beitragen, dass seine Landsleute ihre Probleme wenigstens für eine kurze Zeit vergessen. Obwohl er selbst kein streng gläubiger Juden sei, wolle er im All ein Zeichen setzen.

Die Shuttle-Flotte hatte in den vergangenen Monaten viele technische Probleme gehabt. Starts waren mehrfach verschoben worden. Die Columbia sollte ursprünglich schon im Juli starten.

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