Allein das Duell mit Schottland birgt Brisanz: Losglück und Zuschauerpech

Allein das Duell mit Schottland birgt Brisanz
Losglück und Zuschauerpech

Portugals Fußball-Legende Eusebio hat der deutschen Nationalmannschaft auf dem Weg zur Europameisterschaft 2004 dankbare Gegner und höchstwahrscheinlich ein pikantes Duell mit Ex- Bundestrainer Berti Vogts beschert. Wirtschaftlich allerdings wird der Deutsche Fußball-Bund in der Qualifikation keine großen Sprünge machen und vermutlich in kleinere Stadien ausweichen, um diese zu füllen. Allein das Duell mit Schottland birgt Brisanz.

dpa PORTO. Neben den "Bravehearts" wurden Island, Litauen und die Färöer Inseln bei der Auslosung am Freitag im Kongresszentrum "Europarque" in der Nähe von Porto als Gegner der deutschen Mannschaft gezogen. "Ganz klar, es hätte uns schlimmer erwischen können", atmete DFB - Teamchef Rudi Völler erleichtert auf, wollte aber dennoch nicht das Wort Favoritenrolle in den Mund nehmen: "Wir haben schon etliche schmerzhafte Erfahrungen mit den so genannten Kleinen gemacht." Dagegen erklärte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder angesichts der Konstellation Platz eins und damit die Direkt-Qualifikation ohne Relegationsspiele zur Pflicht.

"Man soll ja bekanntlich nicht von leichten Gegnern reden, aber in dieser Gruppe muss man bestehen", sagte Mayer-Vorfelder und sprach von einer "Nordsee-Meisterschaft". Auch Franz Beckenbauer benannte die DFB-Auswahl zum klaren Favoriten der Gruppe 5: "Man kann zufrieden sein. Es hätte schlimmer kommen können, schließlich sind uns die Engländer und Holländer erspart geblieben."

Wirtschaftlich allerdings wird der Deutsche Fußball-Bund in der Qualifikation keine großen Sprünge machen und vermutlich in kleinere Stadien ausweichen, um diese zu füllen. Allein das Duell mit Schottland birgt Brisanz. Völler bestätigte am Freitag, dass Vogts' Wechsel von Kuwait nach Schottland bereits entschieden ist. "Ich weiß, das Vogts nach Schottland gehen wird." Schottlands Verbandsmanager Dick Graham erklärte, man hoffe auf Vogts' Vertragsunterzeichnung Anfang Februar: "Wenn wir ihn haben, brauchen wir wenigstens Deutschland nicht beobachten lassen", scherzte er.

Während die deutsche Mannschaft gegen Schottland bereits 13 Mal gespielt hat (5 Siege, je vier Unentschieden und Niederlagen), sind die drei weiteren Qualifikations-Gegner gänzlich unbekannt. Litauen und die Färöer-Inseln, die nach dem Abgang des ehemaligen Bundesliga- Profis Allan Simonsen auf Trainersuche sind, waren noch nie Gegner einer deutschen Mannschaft. Gegen Island gab es 1960 und 1979 bisher lediglich zwei Freundschaftsspiele in Reykjavik, die beide von der DFB-Auswahl gewonnen wurden.

Islands Coach Atli Edvaldsson, einst langjähriger Bundesliga-Profi bei Fortuna Düsseldorf und Borussia Dortmund, jubelte nach der Auslosung: "Mit Deutschland haben wir den Gegner, gegen den allein schon aus wirtschaftlichen Gründen jeder spielen will. Und außerdem wird das die Qualifikation mit den geringsten Flugkosten in der isländischen Fußball-Geschichte." Ähnlich sah es auch der litauische Verbands-Präsident Liutauras Varanavicius: "Ich freue mich sehr über die Auslosung, es ist eine nette Kombination."

Da wegen der ungeklärten Trainer-Situation in Schottland und auf den Färöer Inseln keine schnelle Einigung über die Spieltermine möglich war, lud der DFB die vier Kontrahenten zu einem Treffen nach Frankfurt ein. Sollten sich die Verbände nicht innerhalb der nächsten 60 Tage auf die Termine verständigen, greift die UEFA als Schlichter ein. Die Qualifikationsspiele müssen zwischen dem 7. September 2002 und dem 19. November 2003 ausgetragen werden.

Insgesamt hatte Eusebio, der an seinem 60. Geburtstag die Glücksfee spielte, ein glückliches Händchen mit vorwiegend ausgeglichenen Gruppen. Nicht so UEFA-Generaldirektor Gerhard Aigner, dem zu Beginn ein Los aus der Hand fiel, das erst nach längerem Suchen als San Marino identifiziert wurde. Die Gruppenersten qualifizieren sich jeweils direkt für die EM, die Zweiten ermitteln in zwei Relegationsspielen die restlichen fünf Endrundenteilnehmer.

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