Allein für Olympia hat Adidas 1,5 Millionen Shirts und Hosen dabei
Auf dem Olymp der Werbung

Für die Sportartikler sind die gut zwei Wochen Athen Spiele mit hohen Einsätzen - ein Tag mit Adidas-Chef Herbert Hainer.

ATHEN. Olympia 2004 kann so herrlich unaufgeregt sein hier im Nordosten Athens. Es ist ein sonniger Morgen im Vorort Politia, Aristoteles-Straße 18, eine der feinsten Adressen über den Dächern der lärmenden Stadt. Wer auf dem weitläufigen Gelände dieses Tennisclubs Schatten sucht, flüchtet sich unter große Bäume. Wer einfach nur Stille will, kann in der kleinen Kapelle zwischen Tennisplätzen und Swimming-Pool zur Gottesmutter beten. Die Muße scheint auf das Personal abzufärben. Selbst der Sicherheitsdienst am Toreingang ist hier freundlicher als vor den Olympiastadien Athens. Er ist jung, schwarzhaarig, sportlich gekleidet - und weiblich: "Welcome to Adidas", grüßt die Frau beim Empfang.

Australiens Wunderschwimmer Ian Thorpe war vor wenigen Tagen hier, auch der Sprintstar Maurice Greene und Tennis-Asse wie Nicolas Kiefer oder Tim Henman kamen. Herbert Hainer, seit dreieinhalb Jahren Vorstandschef von Adidas, nennt sie "Geschäftspartner". Für ihn sind die zweieinhalb Wochen Olympia nicht nur die die schönste, sondern auch die wichtigste Zeit des Jahres. Denn hier sind die meisten seiner Sportstars, die meisten Kameras, die meisten Journalisten - eine einzige Werbeolympiade.

Während Adidas annähernd die Hälfte der insgesamt 10 500 Sportler in Athen ausstattet, konzentriert sich der große Rivale Nike auf seine Topstars in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen. Puma dagegen hat sich in Athen rar gemacht, es stattet allein die Olympiamannschaft Jamaikas mit einer neuen Kollektion aus.

Die Show ist teuer für die Sportartikler. Adidas, das rund 800 Millionen Euro jährlich in das Sportmarketing steckt, dürfte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag im olympischen Feuer verbrennen, schätzen Experten. Was bringt das? Hainer sagt es so: "Anders als etwa bei großen Fußballturnieren kann man aus Olympia nicht sofort einen kommerziellen Effekt ziehen. Aber Sie haben über zweieinhalb Wochen mit Milliarden Zuschauern eine enorme Reichweite. Wer seine Produkte präsentieren will, hat bei Olympia eine überragende Image-Plattform."

Dafür ist auch der Chef fast täglich in der griechischen Hauptstadt unterwegs, auch an diesem heißen, windigen Tag.

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