Allensbach-Studie
Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe

Im Gegensatz zu den großen Parteien spricht sich die Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe aus.

dpa ALLENBACH. 64 Prozent der Westdeutschen und 80 Prozent der Ostdeutschen stimmten in einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach der Aussage zu: Ein schwer kranker Patient im Krankenhaus soll das Recht haben, den Tod zu wählen und zu verlangen, dass der Arzt ihm eine Tod bringende Spritze gibt. 19 Prozent im Westen und 6 Prozent in den neuen Bundesländern lehnten eine solche Forderung ab, teilte das Institut am Mittwoch mit.

70 Prozent der 2094 Befragten über 16 Jahre finden, dass Sterbehilfe für schwer kranke Menschen ein guter Weg ist, um sie nicht so lange leiden zu lassen. Solange ein schwer kranker Mensch noch bei Bewusstsein sei, solle er selbst entscheiden können, ob er leben oder sterben möchte. Nur 11 Prozent meinten: "Über Leben und Tod darf nur Gott, man kann auch sagen das Schicksal, entscheiden. Keinesfalls darf das Leben vorzeitig beendet werden, auch wenn der Patient das ausdrücklich verlangt." In dieser grundsätzlichen Einstellung seien sich jüngere und ältere Befragte weitgehend einig, teilte Allensbach mit.

Dass die Kirchen aktive Sterbehilfe übereinstimmend ablehnen, hat auf die Einstellung ihrer Mitglieder nur geringen Einfluss. Für 60 Prozent der Protestanten und 68 Prozent der Katholiken steht im Vordergrund, Schwerkranke nicht so lange leiden zu lassen und ihnen deshalb die Entscheidung selbst zu überlassen, solange sie noch bei Bewusstsein sind. Nur 18 Prozent der Katholiken und 14 Prozent des Protestanten finden wie ihre Kirchen, dass nur Gott über Leben und Tod entscheiden darf.

SPD und CDU hatten bereits am Dienstag mit Blick auf die niederländische Parlamentsentscheidung aktive Sterbehilfe abgelehnt. "Wir müssen unsere Anstrengungen darauf verwenden, Menschen in Würde und ohne Leiden sterben zu lassen, und nicht die Gedanken darauf verschwenden, ob wir Euthanasie zulassen", kritisierte Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Für die CDU sagte der Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Medizin-Ethik- Kommission, Hubert Hüppe: "Das niederländische Euthanasieprojekt ist ungeheuerlich, es darf nicht in Europa Schule machen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%